Logo Dorfheftli
Gemeindewappen
Mittwoch, 20.09.2017

Als man sich auf dem Sand noch «selber versorgte»

Text und Bild: Peter Eichenberger

Wie in den vergangenen Jahren führte der Ortsbürgerverein Beinwil am See auch in diesem Jahr einen Dorfumgang durch. Am Bettagsamstag versammelte sich eine grosse Anzahl Leute beim «Alten Löwen», an der Kreuzung Feld- und Sandstrasse, zum zweiten Teil des Dorfumganges im Gebiet Sandstrasse. Unter den Teilnehmern waren auch der Gemeindeammann Peter Lenzin und die Gemeinderätin Jacqueline Widmer.

Ursus Merz war erstaunt über die vielen Interessierten, die bei einigermassen schönem Wetter den Weg zum Oberhof fanden. Gleich zum Beginn dieser Führung wusste Ursus Merz Interessantes zu den ersten Häusern. Wer die frühere Verbindungsstrasse von Mosen nach Beinwil benützte, wurde im Zollhaus, gegenüber dem «Alten Löwen», abgefangen und musste für bestimmte Waren ein Zollgeld bezahlen. Beide markanten Häuser, das «Zollhaus» und der «Alte Löwen» sind bis heute in einem guten Zustand.

Weiter auf der Sandstrasse stehen die Häuser fast wie zur Berner Herrschaft. Bei der Kreuzung Hofmattstrasse/Sandstrasse stehen ebenfalls noch die alten Häuser. Ursus Merz erzählte vom früheren Schlittelweg. Dieser begann in der Hofmatt, von den «Böjuer» wird diese Strasse «Vedokter» genannt und führte über das Bahngeleis und die Hauptstrasse ins Gässli und weiter unter dem einstigen Bauernhof «Rank-Amme» in die Rankstrasse. Vorbei am «Stampfihüssli» in die Seestrasse und beim Dampfersteg auf den zugefrorenen See.

Bis vor wenigen Jahren gab es an der Sandstrasse noch diverse Geschäfte. So zum Beispiel die Sattlerei Merz oder die legendäre «Sandmetzg». Beim Umbau der Sandmetzg achtete der Besitzer darauf, dass die Aussenfassade im Originalzustand blieb. Gegenüber der Metzgerei gab es ein Kolonialwaren-Laden. Dieser Lebensmittelladen wurde von Alice und Emil Gloor-Köhli geführt. Im Buch «Vergangen und fast vergessen» kann interessantes über dieses Lädeli nachgelesen werden.

Wie in den vergangenen Jahren zeigte Ursus Merz den Teilnehmer auch Fotos zu den jeweiligen Häusern und ihren Bewohner. Weiter ging der Dorfumgang in Richtung Süden. Es ist erstaunlich wieviel Ursus Merz über dieses Gebiet in Erfahrung bringen konnte. Auf die Frage wie er diesen Dorf umgang plante, meinte er: «Ich wende etwa 60 bis 80 Stunden auf, damit ich den Leuten etwas Gescheites erzählen kann»! Dass dies stimmt, zeigt auch, dass es jedes Jahr mehr Teilnehmer an diesem traditionellen Dorfumgang gibt. Beim Bauernhof von Urs und Esther Weber wurde die illustre Gesellschaft vom Vorstand des Ortsbürgervereins mit Bratwürsten vom Grill bewirtet.

WEMF-beglaubigte Gratisauflage Beinwil am See: 1556

Besuchen Sie uns auf Facebook

Wetter Beinwil am See

meteoblue.com

Kontakt

Dorfheftli GmbH
Hauptstrasse 2, 5734 Reinach
Promenade 7, 5600 Lenzburg
062 765 60 00
dorfheftli@artwork.ch