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Mittwoch, 02.08.2017

Feuerwehrreise 2017

Text und Bild: Eing.

Am Samstagmorgen trafen wir uns voller Vorfreude am Bahnhof. Da wir am Flughafen Zürich die Flughafenfeuerwehr besichtigen wollten, wurde angekündigt, dass wir durch eine Sicherheitskontrolle gehen müssen und deshalb die ID brauchen.

Beim Einsteigen in den Zug stellte sich heraus, dass bei jemandem unerklärlicherweise die ID aus dem Portemonnaie verschwunden war. Aufgrund dessen eilte er nach Hause, konnte die ID jedoch nicht finden. Dafür aber den Reisepass. Den Zug hatte er trotzdem verpasst, er konnte sich jedoch eine Fahrgemeinschaft an den Flughafen organisieren. Anstatt 15 Personen waren wir also noch 14. Beim genauen Durchzählen fiel jedoch auf, dass noch jemand fehlte. Ihn trafen wir anschliessend am Bahnhof Lenzburg wieder. Er stand eine Stunde zu früh in Hallwil am Bahnhof und fuhr einfach schon mal nach Lenzburg. Weiter nahmen wir den Zug Richtung Flughafen. Dort angekommen mussten wir bis zur Feuerwehr noch ein ganzes Stück gehen. Für die eine der beiden Organisatorinnen stellte das Gehen ein grösseres Problem dar, da sie sich im Vorfeld der Reise einen Zeh gebrochen hatte. Mit einem Kickboard konnte sie sich allerdings super fortbewegen. Darauf war ihr der Neid der anderen sicher. Also auf das Kickboard, nicht den gebrochenen Zeh. Da die beiden Organisatorinnen den Weg nicht kannten, waren sie auf die tatkräftige Unterstützung der anderen und GoogleMaps angewiesen. Wir schafften es aber pünktlich anzukommen und Alexander, der Berufsfeuerwehrmann, erwartete uns schon.

Bei der Sicherheitsinstruktion erfuhren wir, wie wir uns zu verhalten haben, wenn das Horn ertönt. Den Einsatzkräften bleiben nämlich nur 20 Sekunden Zeit um Auszurücken und wir wollten ja nicht Gefahr laufen, von ihnen überrannt zu werden. Da wir ja alle die ID oder den Pass dabei hatten, konnten wir anschliessend durch die Sicherheitskontrolle gehen. Wir wurden durch den Torbogen mit den Metalldetektoren geschickt und unsere Jacken und Taschen wurden ebenfalls kontrolliert. Nur die Ausweise, die wollte niemand sehen. Dann endlich durften wir in die Fahrzeughalle. Die Führung begann mit einer sehr eindrücklichen Demonstration des Flugfeldlöschfahrzeuges. Anschliessend durften wir alle Fahrzeuge anschauen und uns auch hineinsetzen. Zum Abschluss der Führung konnten wir aus dem Tower der ehemaligen Einsatzzentrale einen Blick aus der Vogelperspektive auf den Flughafen werfen. Wir erfuhren sehr viele interessante und auch nützliche Informationen, zum Beispiel wie man die WC-Tür in einem Flugzeug von aussen öffnet oder dass das Löschmittel Nummer eins dieser Feuerwehr zwei 5-dl-Wasserflaschen sind.

Da die Führung so interessant war und durch unsere Fragen länger dauerte, verpassten wir unseren Zug Richtung Hemishofen. Das Tram, welches wir stattdessen nahmen, fuhr wegen einer Baustelle nicht alle Haltestellen an. Wir mussten darum einen Umweg über den Hauptbahnhof machen. Das war allerdings gar nicht schlimm, denn so hatten wir ein paar wenige Minuten Zeit, Biernachschub und einen Strohhut zu kaufen. Dieser erwies sich auch gegen das Regenwetter als sehr dienlich. Endlich in Hemishofen angekommen, hatten wir nochmals einen kurzen Spaziergang vor uns, bevor wir auf dem Bolderhof ankamen. Dort gab es sofort Znacht, da wir von der langen Zugfahrt ziemlich hungrig waren. Nach dem Essen forderten wir uns im Nageln heraus. Zum Glück wissen wir nicht nur mit dem Hammer, sondern auch mit Feuer umzugehen und so schafften wir es, mit nassen Zeitungen und grossen Holzscheiten ein Lagerfeuer zu entfachen. Mit mehr oder weniger jugendfreien Erzählungen genossen wir in geselliger Runde den Abend.

Wir stellten fest, dass es sich auch im Regen prima um ein Feuer sitzen lässt. Wenn man aufsteht, muss man sich halt nur wieder auf den gleichen Platz setzen, so bleibt wenigstens die Hose trocken. Auf diesem Bauernhof gibt es zwei wunderschöne, romantische Sternguckersilos. Im Stroh liess es sich allerdings auch ganz bequem schlafen. Wir hatten sogar noch Gesellschaft durch den Hofhund. In der Nacht sind nur zwei Personen über ihn drüber gestolpert. Am Morgen war sehr früh schon Tagwache, da es um sieben Uhr bereits Zmorge gab. Ausser einem ging es eigentlich allen ziemlich gut. Nach eingehender Diskussion stellte sich heraus, dass dieser vermutlich nicht an Bio gewöhnt ist und alles halb so schlimm gewesen wäre, wenn der Whisky vom Vorabend nicht Bio gewesen wäre. Nachdem alle die Rucksäcke wieder gepackt und das ganze Stroh aus den Kleidern geschüttelt hatten, ging es per ÖV nach Unterstammheim zum nächsten Bauernhof. Wir durften dort beim Bierbrauen selbst Hand anlegen. Zudem konnten wir die Gläser immer wieder mit diesem vorzüglichen Bier füllen. Bei der Bierolympiade stellte sich heraus, dass bei unserer Feuerwehr im Gummistiefel-Weitwurf und Bierhumpen-Stossen definitiv noch Verbesserungspotential vorhanden ist. Am Mittag erhielten wir zur Stärkung ein wohlverdientes Bierfondue. Im Anschluss gabs nochmals ein paar sehr interessante Eindrücke ins Bierbrauen, bevor wir uns wieder zum Bahnhof und auf den Heimweg begaben. Jetzt müssen wir nur noch ausdiskutieren, wer unser selbst gebrautes Bier in Unterstammheim abholen darf. Es soll nämlich möglichst viel davon im Magazin ankommen und nicht schon auf dem Heimweg getrunken werden.


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