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Freitag, 14.07.2017

Literatur ist eine internationale Sprache

Text und Bild: Graziella Jämsä

Die Veranstaltungen des Seetaler Poesiesommers widmen sich leisen Momenten – der Sprache, der bildenden Kunst, ja, besonderen Augenblicken des Lebens überhaupt. Das ist nicht auf die Schweiz begrenzt. Eine Begegnung mit Jonas und Maria Modig aus Schweden.

Sie sind nicht das erste Mal in der Schweiz. «Mit 17 Jahren war ich hier für einen Sprachaufenthalt», erzählt Jonas Modig. «Darüber hast du ein Gedicht geschrieben», wirft Maria Modig ein. Er nickt. «Ich habe schon früh in Gedichtform gedacht. Und die Freude am Spiel mit Worten ist geblieben.» Doch Jonas Modig entscheidet sich erst einmal für die Laufbahn als Anwalt. Sein juristisches Wissen bringt ihn in die Verlagsbranche. «Ich wurde zum Verleger.» Seine Frau lernte er in Teenagerjahren kennen, doch noch wird kein Paar aus den beiden. Sie studiert Philosophie und Pädagogik, hat in der Position des Management Consultant viel mit Öffentlichkeitsarbeit zu tun. Jonas und Maria Modig bleiben einander gewogen.

Als sie ihre Ehe beenden will, sucht sie Rat bei Jonas Modig. In dieser Zeit der Veränderung wachsen sie zusammen. In der gemeinsamen Familiengeschichte bekommt das Schreiben für jeden seinen individuellen Platz. 2004 verliert das Paar einen ihrer Söhne durch den Tsunami. Das tragische Ereignis verstärkt das Bedürfnis sich schreibend auszudrücken zusätzlich. Jonas Modig veröffentlicht nach vielen Jahren wieder einen Gedichtband. Maria Modig plant einen Ratgeber für schwierige Lebenssituationen. «Doch als ich das Konzept beisammen hatte, war es der Plot für einen Roman.» Das Paar hat ein gemeinsames Büro. «Das geht gut, auch wenn sich die Arbeit an Belletristik und Lyrik natürlich unterscheiden», sagt Jonas Modig. Bei einem Anlass am rumänischen Institut in Stockholm lernen sich Ueli Suter und Jonas Modig kennen.

Der Organisator des Poesiesommers fragt den schwedischen Autor, ob er in der Schweiz aus seinen Werken lesen würde. «Als er mir von der Arbeit seiner Frau erzählt hat und davon, dass ihr Roman ‹Das ferne Leuchten› gerade auf Deutsch übersetzt worden ist, habe ich die Chance genutzt und beide Autoren eingeladen.» Die Modigs freuen sich, am Festival mitzuwirken. «Der Austausch über die Landesgrenzen hinaus, ist elementar wichtig. Er hilft sich weiterzuentwickeln, niemals stehenzubleiben», betont Jonas Modig. Maria Modig nickt zustimmend und fügt hinzu: «Und wenn wie hier die Vertreter verschiedener Kunstformen zusammenarbeiten, so fördert dies auch das Verständnis für die individuellen Arbeitsweisen. Das ist für die Zukunft wichtig.»

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