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Montag, 02.10.2017

Kulturwerkstatt Seetal – Einblick bis in die Jungsteinzeit

Text und Bild: Andreas Walker

Wie lebten unsere Vorfahren in der Jungsteinzeit oder in der Bronzezeit? Wie stellten die Menschen früher ihre Produkte ohne moderne Maschinen her? Diesen Fragen konnten zahlreiche Besucherinnen und Besucher in Seengen nachgehen und dabei sehr reale Eindrücke erhalten.

Am 23. September fand in Seengen der gemeinsame Vorführungs- und Ausstellungstag der Historischen Vereinigung Seetal, des Vereins Alte Schmitte Seengen, des Vereins IG Hansjakob Suter- Sammlung und des Fördervereins Steinzeitwerkstatt Boniswil statt. Die Kantonsarchäologie und das Museum Aargau waren ebenfalls präsent. Dabei wurden interessante Einblicke zur Lebensweise am Hallwilersee bis zurück in die Jungsteinzeit gezeigt.

Die Historische Vereinigung Seetal und Umgebung zeigte Ofenkacheln, Ziegel und ausgewählte Küchenkeramik aus ihrem Depot, die bisher noch nie der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Ebenso waren sehr interessante Exponate beim Kantonsarchäologen Georg Matter zu sehen: Originalfunde aus den Seeufersiedlungen des Hallwilersees – ein etwa 3000 Jahre altes Bronzebeil und im Vergleich dazu ein ca. 5000 Jahre altes Steinbeil. Wer es noch realer erleben wollte, konnte beim Förderverein Steinzeitwerkstatt Boniswil die Jungsteinzeit live erleben. So demonstrierte Max Zurbuchen einen nachgebauten Steinzeitofen, worin ein Brot gebacken wurde. Ebenso zeigte er eindrücklich, wie die Menschen damals Feuer machen konnten.

Dabei wird mit einem harten Feuerstein über den weicheren, eisenhaltigen Makasit geschlagen, was ein sehr winziges glühendes Körnchen erzeugt. Dieses fällt auf ein Gewebe vom echten Zunderschwamm und wird unter Luftzufuhr mit anderen leicht entzündlichen Materialen schliesslich zu einem Feuer.

In der Alten Schmitte Seengen gab Kurt Burgherr einen Einblick, wie damals von Hand Nägel geschmiedet wurden. Wer wollte, konnte sogar selbst Hand anlegen, zum Beispiel beim Brot backen, organisiert durch den Verein IG Hansjakob Suter Sammlung zusammen mit Ursula Siegrist und Jorge Baroni oder beim Zusammensetzen von gefundenen Gefässscherben, mit Jessica Arber von der Kantonsarchäologie Aargau. Auch für die Kinder gab es ein praktisches Programm. Sie konnten unter der Anleitung von Sarah Caspers, Museum Aargau, kleine Wasserräder basteln und gleich ausprobieren oder unter Anleitung von Vreni Schiess, Werklehrerin in Seengen, im Töpferatelier Gegenstände herstellen und sie teilweise gleich vor Ort brennen. Weitere Attraktionen waren das Herstellen von Stumpen mit einer Wickelmaschine mit Wickeltuch und Fussbetrieb zum Stumpenwickel rollen aus dem Tabak- und Zigarrenmuseum Menziken, demonstriert von Ursula Rüesch, sowie der Brauch des Silvesterdreschens in Hallwil, von sechs Männern gleichzeitig vorgeführt. Als willkommene Mittagspause oder zum Gedankenaustausch diente die Festwirtschaft (betrieben durch die Hobbyköche Seengen) für Speis und Trank untermalt mit Drehorgelmusik von Peter Sager.

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