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Montag, 25.09.2017

Kennen Sie Myrtha und Willi Hirt ... die Jubilare?

Text und Bild: Elsbeth Haefeli

Das Ehepaar Hirt feiert diesen Monat die diamantene Hochzeit. Die beiden wohnen seit vielen Jahren an der Winkelstrasse im Elternhaus, welches Willis Vater Jakob 1925 kaufte. Die eine oder andere Altersbeschwerde hat sich im Laufe der Jahre bemerkbar gemacht. Nichtsdestotrotz führen Myrtha und Willi ein offenes Haus und sie freuen sich, wenn Kinder, Enkel, Urenkel und Freunde zu Besuch kommen.

Wie habt ihr am 5. Oktober 1957 eure Hochzeit gefeiert?
Myrtha: Gemeindeschreiber Hirt hat uns zivil getraut. Kirchlich haben wir in Rued geheiratet. Zusammen mit Verwandten, Gotte und Götti, haben wir im Bären gegessen und gefeiert. Willi: ich kann mich noch an ein Spiel mit einem Kälberhälslig erinnern, an dem die Männer eine Viehschau demonstrieren mussten.

Wie habt ihr euch kennen gelernt?
Willi: ich fuhr an den Landjugendtag nach Luzern und verpasste abends die erste Heimfahrt mit Taxi-Stenz. So lernte ich dafür im zweiten Taxi Myr-tha kennen. Bei ihr auf dem Schweikhof gab es für mich und meine Freunde noch Kaffee. Auf dem Heimweg sagte ich mir: dieses Mädchen will ich zur Frau. Darauf folgten ein paar Briefe hin und her.

Willy, dein Dorfname lautet «Metzger-Willu». Bist du Metzger gewesen?

Wir waren alle Metzger. Mein Grossvater (Metzger-Hermann), mein Vater (Metzger-Jakob) und auch ich. Ich wäre allerdings lieber Gärtner geworden. Es waren aber gute Zeiten, in denen ich Winter für Winter mit dem Töffli zu den Bauern auf den Pfaffen- und Steinenberg fuhr um zu schlachten. Ich erinnere mich gut an ein Wurstmahl, zu dem auch die Mutter von Bundesrat Villiger eingeladen war.

Myrtha, wie und wo bist du aufgewachsen?
Auf dem Schweikhof im hintersten Teil Schmiedrueds. Ich war die mittlere von drei Schwestern. Bis zur Heirat habe ich auf dem Hof mitgearbeitet und der Mutter am Webstuhl geholfen. Eine von uns Schwestern hätte eigentlich das Heimet übernehmen sollen. Aber, es ist keine von uns zuhause geblieben. Wir haben alle Bauern mit eigenen Höfen geheiratet.

Könnt ihr uns Zetzwil zur Zeit eurer Heirat beschreiben?

Damals hatten wir hier noch vierzig Milchbauern. Mit der Bränte am Rücken oder dem Chäsiwagen brachte man die Milch in die Käserei. Im Winter hatte es noch richtig viel Schnee. Man konnte die Hinterdorfstrasse hinunter schlitteln und es gab drei Wirtschaften und drei Lebensmittelläden.

Was ist das Geheimnis einer guten 60-jährigen Ehe?
Miteinander reden und auch mal «durebiisse». Dass zeitweise vier Generationen zusammen lebten, machte dies allerdings hie und da schwierig.

Welches war die beste Zeit eures Lebens?
Als wir unsere Kinder aufzogen. Aber auch jetzt ist es schön. Die Kinder kommen heim und sind für uns da.

Gibt es etwas, das ihr in eurem Leben verpasst habt und noch nachholen würdet, wenn es ginge?
Willi: Ich würde lernen Auto zu fahren. Myrtha: Man kann sich auch fragen, ob etwas besser geworden wäre, wenn man es anders gemacht hätte.

Worüber habt ihr euch irgendwann so richtig gefreut?
Willi: Als ich Myrtha in ihrem weissen Brautkleid sah. Sie war eine schöne Braut. Und dann als der erste Bub geboren wurde. Myrtha: Ich freute mich sehr, dass die Kinder und Enkel für Willi da waren, als ich lange im Spital lag und ich freue mich immer über unser jährliches Familientreffen.

Welche Eigenschaften schätzt ihr besonders am Ehepartner?
Willi: Dass Myrtha immer schon das Frühstück bereit hat, wenn ich aufstehe. Myrtha: Dass Willi trotz seines Augenleidens jeden Tag seinen Spaziergang macht.

Was würdet ihr mit einer Lottomillion machen?
Myrtha: Dann müssten wir zuerst anfangen Lotto zu spielen. Willi: Früher wären wir gerne in die Ferien gefahren. Heute geht dies gesundheitshalber nicht mehr.

Was ist euch wichtig hinsichtlich der nächsten Jahre?
Dass wir gesund und selbständig bleiben und noch ein paar gemeinsame Jährchen haben.

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