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Freitag, 07.07.2017

Neuvermessung und Katastererneuerung

Text und Bild: EIng.

Die Grundbuchvermessung der Gemeinde Gontenschwil wurde in den Jahren 1907 bis 1912 erstellt. Damit verfügte Gontenschwil als erste Gemeinde im Wynental über eine rechtsverbindliche und anerkannte Vermessung – noch vor Einführung des schweizerischen Zivilgesetzbuches ZGB.

In den folgenden Jahrzehnten wurden sämtliche Änderungen an den Eigentumsgrenzen sowie an Gebäude- und Infrastrukturanlagen im Grundbuchplan eingetragen und nachgeführt. Auf der auf Karton aufgezogenen Leinwand wurde mit Tusche und Reisfeder gezeichnet, radiert, koloriert und Flächenberechnungen durchgeführt. Dabei war der Grundbuchplan aber nicht nur Zeichnungsträger, sondern er hatte auch rechtsverbindlichen Charakter. Der auf dem Grundbuchplan dargestellte Grenzverlauf wurde als richtig vermutet und hatte Rechtskraft. Entsprechend hoch waren bereits damals die Anforderungen an die zeichnerischen Qualitäten der Vermessungszeichner und an das exakte und korrekte Arbeiten des Geometers und seiner Mitarbeitenden. Von der Einführung der EDV in den 1990er Jahren und der damit verbundenen Digitalisierung war natürlich auch die Grundbuchvermessung betroffen.

Mit der Reform der amtlichen Vermessung (RAV93) wurden auf Stufe Bund die rechtlichen Grundlagen sowie der Standard AV93 definiert und das Ziel formuliert, dass die amtliche Vermessung der gesamten Schweiz innert nützlicher Frist flächendeckend digital zur Verfügung stehen muss. Auch hier übernahm Gontenschwil wieder eine Vorreiterrolle im Wynental. Rund neunzig Jahre nach der Erstvermessung verfügte Gontenschwil 2001 als eine der Ersten über eine digitale Vermessung. Um möglichst rasch und kostengünstig zu digitalen Daten zu kommen, wurden die aktuellen Grundbuchpläne mit einer einfachen Katastererneuerung (EKE) in den digitalen Zustand überführt. Eine korrekte Entzerrung und Bereinigung der alten Vermessungsgrundlagen war beim EKE-Verfahren aber nicht vorgesehen. Die im Grundbuch eingetragen Liegenschaftsflächen blieben folglich bestehen und konnten sich von den technischen Flächen der amtlichen Vermessung unterscheiden.

Mit der aktuell laufenden Vermarkungsrevision (VR) und Neuvermessung (NV) im erweiterten Baugebiet wird die korrekte Entzerrung des alten Vermessungswerkes nachgeholt und die vollständige Digitalisierung nach dem Standard AV93 abgeschlossen. Hierzu werden sämtliche Eigentumsgrenzen festgelegt und die Grenzzeichen neu aufgenommen. Damit verfügt jeder Grenzpunkt über einen exakten Koordinatenwert und die Situation vor Ort deckt sich im cm-Bereich mit den berechneten Daten der amtlichen Vermessung. Da eine Neuvermessung (NV) mit vorgängiger Vermarkungsrevision (VR) sehr aufwendig und kostenintensiv ist, wird die amtliche Vermessung ausserhalb der Bauzone mit einer Katastererneuerung (KE) bearbeitet. Die Arbeiten der Vermarkungsrevision und Neuvermessung sind weitgehend abgeschlossen. Die Arbeiten für die Katastererneuerung müssen bis 2019 beendet sein. Nach der kantonalen Genehmigung und der Anerkennung durch den Bund werden die neuen Grundstücksflächen im Grundbuch eingetragen.

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