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Montag, 04.12.2017

Schokoladenvergiftung beim Hund

Bild: ZVG

Alle Jahre wieder … besonders in der Weihnachtszeit oder zu Ostern lauert die süsse Gefahr! Es kommt es zu Vergiftungen bei Hunden, weil der Familienhund sich über die Schokolade seiner Besitzer hergemacht oder jemand aus Unwissenheit und gut gemeint Schokolade an den Hund verfüttert hat.

Die Dosis macht das Gift!
Schokolade enthält Kakao und Kakao enthält die Verbindung Theobromin, eine Substanz, die dem Koffein sehr ähnlich ist. Theobromin ist für Hunde und andere Haustiere in bestimmten Dosen toxisch. Verschiedene Schokoladensorten enthalten unterschiedliche Mengen an Theobromin. Kakao, Kochschokolade, Bitterschokolade und dunkle Schokolade enthalten am meisten Theobromin, während Milchschokolade und weisse Schokolade einen kleineren Anteil an Theobromin aufweisen. Im Allgemeinen gilt: Je mehr Kakaofeststoffe in einem Produkt enthalten sind, desto mehr Theobromin ist vorhanden und desto gefährlicher ist das Produkt für Ihren Hund.

Die Toxizität von Theobromin ist dosisabhängig, was bedeutet, dass die Gefahr einer Vergiftung beim Verzehr von Schokolade von der Art der Schokolade, der Menge und der Grösse Ihres Hundes abhängt. Das heisst: eine 100-g-Tafel Milchschokolade kann bei einem 10 kg schweren Hund bereits erste Vergiftungserscheinungen auslösen, während dieselbe Menge dunkle Schokolade im schlechtesten Fall (z.B. bei herzkranken Hunden oder Epileptikern) sogar tödlich wäre. Auch das Füttern kleiner Mengen Schokolade kann gefährlich sein! Wenn ein Hund immer wieder Schokolade in kleineren Mengen bekommt, kann das zum lebensbedrohlichen Problem werden. Der Hund kann, im Gegensatz zum Menschen das giftig wirkende Theobromin der Schokolade nur sehr langsam abbauen. Kommt immer wieder neues Theobromin dazu, steigt die Konzentration im Blut immer mehr an. Eine schleichende Vergiftung droht.

Symptome bei einer Schokoladenvergiftung äussern sich unter anderem durch:
• Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
• Unruhe, Zittern
• schwankendem Gang, Schwäche
• Krämpfe
• vermehrtes Harnabsetzen, Inkontinenz
• schnelle Atmung, Atemnot
• Kreislaufprobleme bis hin zum Kreislaufzusammenbruch, begingt durch Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen

Erste Symptome können ca. 2 bis 4 Stunden nach Einnahme auftreten. In der Regel zeigen die Hunde zuerst Magen-Darm-Symptome wie Übelkeit oder Durchfall und entwickeln erst etwas später Kreislaufprobleme und neurologische Symptome, wenn sich das Theobromin im Blut angereichert hat.

Was tun, wenn mein Hund Schokolade erwischt hat?
Wenn Sie vermuten, oder Gewissheit haben, dass Ihr Hund Schokolade gefressen hat, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt zu einem Tierarzt auf lassen sich beraten.
Am besten nehmen Sie die Schokoladen-Verpackung zur Hand. Anhand der aufgenommenen Schokoladenmenge, der -art und des Körpergewichtes Ihres Tieres kann der Tierarzt ermitteln, ob für Ihren Liebling eine Gefahr besteht.

Prognose
Eine Schokoladenvergiftung ist immer ein medizinischer Notfall, wo es gilt, möglichst schnell zu handeln.

Leider gibt es kein Gegengift. Der Tierarzt kann nur dekontaminieren, also entgiften. Das heisst, er wird die Aufnahme des Giftes aus dem Magen-Darm-Trakt stoppen unter anderem durch das Herbeiführen von Erbrechen und des Weiteren die Ausscheidung des bereits aufgenommenen Giftes fördern.

Je schneller ein vergiftetes Tier beim Tierarzt ist, umso grösser ist die Überlebenswahrscheinlichkeit und somit die Chance auf einen glimpflichen Ausgang der Vergiftung.

Bei Fragen oder Unklarheiten wenden Sie sich bitte an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!

Autor: Tierarztpraxis Opher Berger, 5734 Reinach

Mittwoch, 25.10.2017

Enten im Bauch

Bild: ZVG

Bereits seit 3 Tagen erbricht der 4-jährige Mischlingsrüde nun schon. Die Fresslust ist ihm nicht vergangen und er zeigt sich daneben ganz munter, aber regelmässig erbricht er das Futter wieder. «Ist Ihnen aufgefallen, dass vielleicht ein Spielzeug oder Gegenstand fehlt, mit welchem der Hund häufig spielt?» fragt der Tierarzt. Weil dies nicht der Fall ist, wird zur Sicherheit Blut untersucht und eine Behandlung gegen Magenentzündung eingeleitet.

Die Blutresultate sind unauffällig, jedoch ruft die Besitzerin am übernächsten Tag an und teilt mit, dass ihr Hund nach kurzer Besserung nun wiederum erbreche und zusätzlich appetitlos sei. Nach der Überweisung an eine Tierklinik für eine Magenspiegelung erhalten wir bereits am Nachmittag den Bericht, dass dem Hund zwei unbeschädigte Gummi-Entchen aus dem Magen entfernt wurden! Das Verschwinden der zwei Gummi-Enten aus dem Brunnen vor dem Haus geschah offensichtlich unbemerkt.

Häufig sind es junge Tiere, welche beim Spielen etwas Unverdauliches verschlucken. Solange der Fremdkörper im Magen bleibt, ist die Situation nicht dramatisch. Wandert der Gegenstand aber in den Darm und bleibt dort stecken, so verschlechtert sich der Allgemeinzustand schnell und es sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, fehlender Kotabsatz und ein schmerzhafter verspannter Bauch festzustellen. Meistens ist dann ein chirurgisches Vorgehen nötig um den Fremdkörper aus dem Darm zu entfernen. So geschehen auch bei dem unverbesserlichen Husky, welcher immer Steine gefressen hat und daher schon zum dritten Mal am Darm operiert werden musste. Nicht jeder verschluckte Fremdkörper macht aber Probleme. Erstaunlich, was sich alles durch den Darm schlängeln kann. Nebst Socken und grossen Knochen sind auch schon ganze Gummischaber-Kellen wieder hinten raus gekommen. Um die natürliche Passage zu erleichtern und den Darm zu schützen, empfiehlt sich dem Hund Sauerkraut und Kartoffelstock zu füttern, solange er keine ernsthaften Symptome zeigt. Bei Katzen sind es öfters auch lineare Fremdkörper (Faden oder Schnur), die verschluckt werden, was ebenfalls zu einem Darmverschluss führen kann, weil sich der Darm girlandenartig am Faden aufwickelt.

P. Curschellas
Kleintierpraxis Dr. Küng AG, 6215 Beromünster, www.kleintierpraxiskueng.ch

Freitag, 29.09.2017

Husten beim Hund

Bild: ZVG

Husten beim Hund ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Husten ist ein Reflex des Körpers, um die Atemwege von Schmutz, Fremdkörpern oder reizenden Stoffen zu befreien. Aber auch Erkrankungen der Atemwege, des Herzens oder eine Tumorerkrankung können Husten verursachen. Ein Husten beim Hund kann plötzlich auftreten (akut) oder länger anhalten (chronisch).

Wir unterscheiden zwei Formen von Husten:
1. Trockener Husten (unproduktiver Husten)
Trockner Husten oder auch Reizhusten genannt, ist hart, rau, «bellend» bis heiser und ohne Auswurf. Oft ist diese Hustenform besonders quälend für das betroffene Tier. Trockener Husten kann anfallsmässig auftreten und auch von Würgen begleitet werden. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
• Infektionen im Hals-, Kehlkopf- und Luftröhrenbereich
• Fremdkörper in der Luft- oder Speiseröhre, wie zum Beispiel Grassamen, scharfe Gegenstände, Holzsplitter oder Knochenfragmente
• Reizstoffe in der Umgebung (Zigarettenrauch, Parfum, Raumdüfte, Räucherstäbchen)
• Asthma, allergische Reaktionen
• Trachealkollaps: bei grosser Aufregung/Freude kommt es zu Hustenanfällen. Oft handelt es sich um eine chronische, fortschreitende Erkrankung der Luftröhre, die vor allem bei kleinen Hunderassen auftritt
• eine beginnende Bronchitis
• Zwingerhusten, es kommen dann Fieber und Ausfluss aus der Nase hinzu
• Parasitenbefall (Herz- oder Lungenwürmer)2. Feuchter Husten (produktiver Husten)
Feuchter Husten ist gekennzeichnet durch begleitenden Auswurf. Oft hört man zusätzlich ein rasselndes, gurgelndes Geräusch. Auch feuchter Husten kann anfallsartig und mit Würgen auftreten, wobei häufig auch ein schleimiges Sekret oder Flüssigkeit erbrochen wird. Feuchter Husten kann auf folgende Erkrankungen hindeuten:
• eine Lungenentzündung
• eine Herzerkrankung im fortgeschrittenen Stadium, die mit einer Wasseransammlung in der Lunge einhergeht
• eine Linksherzinsuffizienz, wenn der Husten vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden auftritt Diagnose und Behandlung
Oftmals tritt der Husten beim Hund nur einmalig oder kurzfristig auf, sodass kein Grund zur Sorge besteht. Sollte der Husten aber anhalten oder wiederholt auftreten, gehört er immer in die Hand eines Tierarztes. Sobald der Arzt eine Diagnose gestellt hat, wird Ihr Hund bestmöglichst behandelt werden. Die Behandlung des Hustens ist in erster Linie von der ursächlichen Erkrankung abhängig. Ist der Husten chronisch, wird die Erkrankung von einer medikamentösen Therapie begleitet.Prognose
Je eher die ursächliche Erkrankung eines Hustens behandelt wird, desto besser sind die Heilungs-, bzw. Linderungschancen für die Tiere. Zögern Sie deshalb bei oben genannten Symptomen nicht, Ihren Tierarzt aufzusuchen, denn einem scheinbar harmlosen Husten kann eine lebensgefährliche Grunderkrankung zugrunde liegen.

Dr. Opher Berger, Reinach

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Freitag, 18.08.2017

Hyperthyreose der Katze

Bild: ZVG

«Dixie hat so stark abgenommen, aber sie frisst doch so viel. Hat sie vielleicht Würmer?» fragt uns die Besitzerin der 15-jährigen, dreifarbigen Hauskatze. Sie habe bereits mehrmals entwurmt, aber keine Würmer gefunden. Dixie sei zwar etwas ruhelos und vernachlässige die Fellpflege, sei aber sonst sehr munter. Tatsächlich hatte Dixie innerhalb eines halben Jahres mehr als 1 kg an Gewicht verloren, ihr Herzschlag war pochend und die Herzfrequenz zu hoch.

Wenn Katzen älter werden, und das ist mit dem medizinischen Fortschritt und der verbesserten Lebensqualität heutzutage immer häufiger der Fall, so haben wir es auch häufiger mit Alterserkrankungen zu tun. Eine dieser Erkrankungen, die «Hyperthyreose» (Überfunktion der Schilddrüse) hatten wir bei Dixie im Verdacht und daher eine Blutuntersuchung vorgeschlagen, bei welchem versucht wird, die häufigsten Alterserkrankungen auszuschliessen oder eben zu diagnostizieren. Der sogenannte Alterscheck wird in etwa ab dem 10. Lebensjahr empfohlen, um eine mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Die Untersuchung kann gut anlässlich einer Jahresimpfung geschehen, wenn das Tier zuvor 12 Stunden gefastet wurde. Neben dem Schilddrüsenwert werden dabei auch Nieren- und Leberwerte, Blutzucker und weitere relevante Blutwerte bestimmt. Bei Dixie war dann tatsächlich der Schilddrüsenwert (T4 oder Thyroxin) erhöht, was meistens durch einen gutartigen Tumor der Schilddrüse (diese befindet sich hinter dem Kehlkopf) verursacht wird. Da die betroffenen Katzen meistens schon älter sind, empfiehlt sich eine nicht invasive Therapie mit Medikamenten. Die kleinen rosa Pillen sehen ganz hübsch und schmackhaft aus, sind aber trotzdem gar nicht so einfach 2x täglich zu verabreichen. Dies führt manchmal zur alternativen Behandlung mit einer in der Ohrmuschel-Innenseite einzureibenden Salbe. Chirurgie oder Strahlentherapie werden selten eingesetzt, da diese Therapieformen viel aufwändiger sind. Dixie jedenfalls geht es mit den bunten Tabletten sehr gut. Sie hat wieder ihr Normalgewicht von 4.5 kg erreicht und feierte diesen Frühling ihren 17. Geburtstag.

P. Curschellas, Kleintierpraxis Dr.Küng, Beromünster

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Mittwoch, 02.08.2017

Hundespass im kühlen Nass

Bild: ZVG

Ob an heimischen Seen, einem Bach oder Fluss, oder auch in den Sommerferien am Meer, viele Hunde lieben es, im Wasser zu toben. An heissen Sommertagen bietet das kühle Nass eine willkommene Abkühlung für Ihren Vierbeiner.

Nicht alle Hunde können schwimmen!
Es gibt Rassen, die durch ihren Körperbau oder ihre Behaarung nicht oder nur mit grossen Schwierigkeiten schwimmen können, so z.B der Basset Hound, Bulldoggen oder Möpse. Andere Rassen, wie z.B. Labradore, Golden Retriever etc., wurden extra für die Wasserarbeit gezüchtet. Sie lieben das Wasser von Natur aus.

Gewöhnen Sie Ihren Hund an Wasser und bringen Sie ihm das Schwimmen bei.
Hunde verausgaben sich sehr schnell im Wasser und können ihre Kräfte nicht richtig einteilen. Auch Hunde, die gut schwimmen, geraten mitunter in Schwierigkeiten. Es ertrinken immer wieder Hunde durch Erschöpfung, Unterkühlung oder Panik. Sicherheit bietet in so einem Fall die Schwimmweste für den Hund. Auf einem Boot oder Floss sollte Ihr Hund immer eine Schwimmweste tragen!

Sicherheitstipps beim Schwimmen mit dem Hund
Hunde sind in Sachen Sicherheit von ihrem Halter abhängig! Lassen Sie nur gesunde Hunde schwimmen. Hunde mit Herzerkrankungen, offenen Wunden oder einer Ohrenentzündung etc. müssen am Ufer bleiben.

  • Lassen Sie Ihren Hund niemals unbeaufsichtigt am oder im Wasser!
  • Das Schwimmen mit vollem Magen ist tabu!
  • Langsames heranführen ans kühle Nass bei heissen Temperaturen.
  • Den Hund nie an Orten mit starker Strömung schwimmen lassen!
  • Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Hund schwimmen, immer darauf achten, dass er Sie mit seinen Krallen nicht verletzten kann.
  • Achten Sie auf Glasscherben oder spitze Gegenstände im oder am Wasser.
  • Pfützen und stehende Gewässer können Bakterien (Leptospiren) beherbergen. Lassen Sie deshalb ihren Hund weder daraus trinken noch darin baden. Wir empfehlen Ihnen, den Hund gegen Leptospirose impfen zu lassen.
  • Nehmen Sie für Ihren Hund immer genügend Trinkwasser mit!
  • Nach einem Bad im Meer sollten Sie den Hund immer kurz abspülen.
  • Trocknen Sie die Ohren Ihres Hundes nach dem Schwimmen gut ab, um Reizungen und Infektionen vorzubeugen.
  • Jagdhunde und junge Hunde, die Wasservögel jagen, sollten in der Nähe von Gewässern immer an der Leine gehalten werden. Bringen Sie Ihrem Hund bei, dass er nur mit ihrer Zustimmung ins Wasser darf.
Beachten Sie Badeverbote und nehmen Sie Rücksicht auf andere Badegäste an Orten, an denen das Schwimmen mit Hunden erlaubt ist.

Donnerstag, 06.07.2017

Vierbeiniges Feriensouvenir

Bild: ZVG

Zugegeben: Es zeugt von der unendlichen Tierliebe vieler Menschen, wenn sie bei den leidenden, kranken oder misshandelten Tieren, die sie in fremden Ländern antreffen, nicht einfach wegschauen. Jedoch enden gut gemeinte Rettungsaktionen nicht immer wie gewünscht. Ein Tier aus den Ferien mit nach Hause zu nehmen, muss gut überlegt und geplant sein.

Informieren Sie sich über die Einreisebestimmungen, weil Sie sich bei einem illegalen Import von Heimtieren straffällig machen, und dabei riskieren, dass das importierte Tier in der Schweiz dann amtlich angeordnet euthanasiert werden muss. Vor allem in südlichen Ländern sind die Tiere von teils unheilbaren Krankheiten befallen, welche auch für den Menschen, insbesondere Kinder, ansteckend und gefährlich sein können. Vielleicht finden Sie eine Tierschutzorganisation vor Ort, die sich mit Ihrer finanziellen Unterstützung um die Situation kümmert, oder sie unterstützen aus der Schweiz seriöse Tierschutzorganisationen oder Vermittlungsstellen.

Wenn Sie sich aber schon immer ein Haustier gewünscht haben, keine eigenen Hunde und Katzen haben, und ein Tier nicht nur aus karitativen Zwecken adoptieren möchten, so müssen Sie sich zuerst absichern, dass kein Besitzer Anspruch auf das Tier erhebt. Danach ist der Gang zum Tierarzt für einen gründlichen Untersuch mit Blutuntersuch (bei Hunden) unverzichtbar. Das Tier muss mit einem Microchip identifiziert und mindestens 3 Wochen vor der Einreise in die Schweiz gegen Tollwut geimpft werden, was im zu erstellenden Heimtierpass eingetragen wird. Bei zwei Wochen Ferienaufenthalt wird das schon schwierig. An der Grenze muss das Tier verzollt und in der Schweiz durch einen Tierarzt in der Datenbank Amicus eintragen werden, nachdem Sie sich als Hundehalter auf der Gemeinde registriert haben. Oft sind die Findeltiere schlecht sozialisiert und durch ihre unglückliche Lebensgeschichte geprägt. Auf die neuen Besitzer wartet also eine grosse Aufgabe.

Seriöse Organisationen, welche Tiere aus dem Ausland in die Schweiz vermitteln, verhelfen zwar dem Einzeltier zu einem besseren Leben, aber ändern leider oft nichts an der prekären Situation im Herkunftsland.

Und da wäre noch die Geschichte der Italien-Heimkehrer, die den Hund, welcher jeden Tag am Strand streunte und so anhänglich war, mit in die Schweiz nahmen. Hier stellte sich dann nach dem Ablesen des Microchips heraus, dass der Hund einem holländischen Feriengast am gleichen Strand gehörte, welcher ihn bereits vermisste. An der Raststätte zwischen der Schweiz und Holland fand dann die Rückgabe statt.

Freitag, 16.06.2017

Auf den Zahn gefühlt

Bild: ZVG

Zahnschmerzen sind etwas sehr Belastendes, nicht nur für uns, sondern auch für unsere lieben Vierbeiner. Regelmässige Zahnpflege und Zahnkontrolle empfiehlt sich deshalb auch bei unseren Haustieren.

Zur Stärkung des Gebisses und vorbeugend gegen Zahnsteinbildung können Kauartikel oder Kauspielzeuge eingesetzt werden. Bei sehr kooperativen Tieren und Angewöhnung ist auch Zähneputzen möglich. In der Tierarztpraxis wird bei Untersuchungen vor Impfungen oder bei Routinechecks das Gebiss kontrolliert. Bei Welpen stehen die Zahnstellung und die Vollständigkeit des Gebisses im Vordergrund. Beim erwachsenen Tier wird vermehrt auf Zahnstein, Zahnfleischentzündung, Parodontose und abgebrochene Zähne geachtet. Da die meisten Tiere trotz Schmerzen noch fressen, kann man nicht davon ausgehen, dass ein leerer Futternapf eine Garantie für ein gesundes Maul ist. Bei Problemen fällt aber oft auf, dass das Fressverhalten sich verändert hat, z.B. wird mehr geschlungen, einseitig oder langsamer gefressen.

Manchmal unterbrechen die Tiere das Fressen und verlassen sogar zwischendurch den Futternapf. Auch ein starker Maulgeruch bis -gestank kann auf eine Erkrankung im Maul hindeuten. Genauere Untersuchungen können vom Tierarzt am Besten in Narkose durchgeführt werden. Wenn das Tier schläft, wird zuerst der Zahnstein mit Ultraschall entfernt, damit die Zähne genauer beurteilt werden können. Zusätzlich sind je nach Situation noch Röntgenbilder nötig. So können Erkrankungen der Zahnwurzeln und des Zahnhalteapparats erkannt und behandelt werden. Bei wackelnden oder gespaltenen Zähnen oder Wurzelabszessen bleibt oft nur die Extraktion des ganzen Zahnes übrig. Mit dem Verlust von Zähnen kommen unsere Hunde und Katzen aber sehr gut klar. Sobald der schmerzende Zahn weg ist, erholt sich das Zahnfleisch sehr schnell und die Tiere fressen wieder mit gutem Appetit.

Neben Zahnproblemen können im Maul auch weitere Krankheiten vorkommen, wie z.B. Tumore oder autoimmunbedingte Entzündungen. Im Gegensatz zu Hunden und Katzen, wachsen die Zähne bei Kaninchen und Nagern das ganze Leben lang weiter. Die Kontrolle von Gewicht und Fressverhalten ist deshalb auch bei diesen Tierchen empfehlenswert, um Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!

Dienstag, 09.05.2017

Die Kastration der Kätzin

Bild: ZVG

Es ist Frühling und die jungen Katzen erblicken das Licht der Welt. Jedoch ist nicht überall Katzennachwuchs erwünscht und die Überpopulation kann auch zu Problemen führen. Rechnet man die zweimonatige Trächtigkeitsdauer zurück, so werden die Katzen also ca. ab März gedeckt und die Rolligkeit beginnt bei Freiläufern im Februar (abhängig von den aktuellen Klima- und Wetterverhältnissen).

Der Ausdruck Rolligkeit hat seinen Ursprung in der Tatsache, dass sich die Kätzinnen in der Zeit der Empfangsbereitschaft über den Rücken hin und her rollen. In dieser Zeit sind die Kätzinnen nervös, schreien und sind unruhig (daher müssen in der Regel auch Wohnungskatzen kastriert werden).

Um die Katzenpopulation unter Kontrolle zu halten, das Zusammenleben erträglich zu machen und unerwünschten Nachwuchs zu verhindern, wird daher die Kastration der Kätzin vor der Rolligkeit empfohlen. Dabei handelt es sich um einen Routineeingriff, der meistens im Alter von ca. 7 Monaten in jeder Tierarztpraxis durchgeführt werden kann. Nachdem die Katze nüchtern in der Praxis abgegeben wird, erhält sie nach einem kurzen klinischen Untersuch die eine Narkose. Nach wenigen Minuten schläft sie dann bereits tief und fest und die Tiermedizinische Praxisassistentin beginnt mit den Operationsvorbereitungen: Die Katze wird auf dem Rücken auf dem Kastrationsbrett ausgebunden, der Bauch geschoren, gewaschen und desinfiziert. Was nun wohl die meisten, auch die Schnupperlehrlinge, jeweils überrascht: Nun wird das Brett gekippt, so dass die Katze kopfüber (also praktisch im Handstand) vor dem Operateur hängt. Diese Lagerung hat den Vorteil, dass sich die Darmschlingen der Katze nach vorne/unten verlagern und damit den Zugang zu den an Bändern fixierten Eierstöcken und Gebärmutter erleichtern. Durch einen kleinen, ca. 2 cm langen Schnitt in der Nähe des Bauchnabels wird die Bauchhöhle eröffnet, die Eierstöcke werden mit einem Kastrationshaken vorgelagert, abgebunden und entfernt. Die Bauchhöhle und die Haut werden mit einer Naht verschlossen. Ein kleines Pflaster schützt die Naht und mit einer Injektion beugen wir Schmerzen vor.

Bereits gegen Mittag darf die Katze wieder nach Hause und fühlt sich nach einem Tag Hausarrest meist schon wieder ganz wohl. Oft sind der Stress und die Angst vor und nach einem solchen Eingriff für die Katzenbesitzer sehr viel grösser als für das Tier selber. Daher informieren wir Sie auch mit einem Merkblatt über die wichtigsten Punkte und beantworten gerne Ihre Fragen.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Dienstag, 11.04.2017

Augenverletzungen bei Katzen

Bild: ZVG

Eine Augenverletzung wird durch einen Fremdkörper verursacht, der entweder ins Auge eingedrungen ist oder dieses vollständig durchbohrt hat. Wenn Ihre Katze helles Licht meidet, ein Auge zukneift, während das andere geöffnet ist, schielt oder nur einseitig blinzelt, besteht der Verdacht auf eine Verletzung des Auges.

Katzen haben auch ein drittes «Augenlid», eine dicke Membran, die das Auge vor Kratzern und Schmutz schützt. Trotzdem sind Katzenaugen anfällig für Verletzungen. Häufige Ursachen von Augenverletzungen bei Katzen sind:

Donnerstag, 02.03.2017

Angst um Wuschel

Bild: ZVG

Zugegeben, wir können uns nicht alles merken. Und da kommt es manchmal vor, dass wir auf der Strasse oder im Einkaufsladen jemanden antreffen, uns aber partout der dazugehörende Name nicht einfallen will.

Oft sehen wir in unseren Gedanken noch das passende Tier dazu. Damit hat es sich dann aber. Nehmen Sie es uns also nicht übel, wenn wir dann nach ihrem Namen fragen müssen und die Krankengeschichte ihres Tieres in unserer Praxisdatei zwar gut aufgehoben ist, aber in unseren Hirnzellen in irgendeiner vergessenen Schublade liegt. Im Gegenzug geniesse ich es persönlich sogar ein wenig, wenn es umgekehrt läuft und ich merke, dass eine Kundin oder ein Kunde mein Gesicht erkennt, es aber nicht zuordnen kann.

Es gibt aber Geschichten, die wir nicht vergessen, wohl deshalb, weil wir sie immer wieder erzählen. So kommen die Meerschweinchenbesitzer manchmal folgende Geschichte zu hören: Eines Abends läutet es an unserer Tür im Mehrfamilienhaus und beim Öffnen stehen mir drei in Tränen aufgelöste Mädchen gegenüber. In der Hand hält ein Kind eine Schachtel mit einem Meerschweinchen drin. Stotternd erklären mir alle zusammen, dass das arme Tier sterbe: «Es zappelt und liegt auf der Seite und dann bewegt es sich gar nicht mehr!» Auf den ersten Blick macht der kleine Wuschel keinen schlechten Eindruck auf mich. Wir beruhigen uns alle und nehmen das Meerschweinchen für den Untersuch aus der Schachtel. Die Suche startet im Fell und sofort werden wir auch fündig: Schuppenähnliche kleine weissbeige, sich bewegende «Dinger» werden beim Scheiteln des Fells sichtbar. So unscheinbar diese Tierchen von blossem Auge aussehen, so eindrücklich erkennt man unter dem Mikroskop aber den ganzen Haarling mit seinem Mundwerkzeug. Von Tier zu Tier übertragen und vielleicht mit einem neuen Tier eingeschleppt, bleibt die Erkrankung meist unentdeckt, bis es dann beim Kratzen zu Hautläsionen und Sekundärinfektionen kommt. Oder wie bei diesem Tier, wo der Juckreiz zu einem epileptischen Anfall geführt hat. «Ihr müsst euch also nicht um euren Wuschel sorgen», kann ich zu den Kindern sagen, «morgen behandeln wir alle eure Kleinnager mit einem Parasitenmittel und alles wird gut».

Auch wenn die Haarlinge kaum auf Menschen übertragen werden, hatten die Mädchen dann etwas mehr Abstand zu ihren Tieren und am nächsten Tag in der Schule auch etwas zu erzählen.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Dienstag, 07.02.2017

Aszites: Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle

Bild: ZVG

Aszites ist die medizinische Bezeichnung für die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Dies kann zu Symptomen wie Erbrechen, Bauchbeschwerden oder Appetitlosigkeit führen. Es kommt vor, dass kranke Katzen (auch Hunde) in reduziertem Allgemeinzustand bei uns vorgestellt werden. Sie sind abgemagert, haben aber eine sichtlich gefüllte Bauchhöhle.

Ursachen

Die Ursachen der Aszites können vielfältig sein, entsprechend variiert auch deren Behandlungsmethode. Wasseransammlungen finden wir bei verschiedenen entzündlichen Prozessen oder Krankheiten.

Beispiele:

Freitag, 06.01.2017

Alles halb so schlimm

Bild: ZVG

Notfall in der Tierarztpraxis! «Mittelschnauzer Kira hat irgendwas Giftiges geschluckt oder sich den Kiefer ausgerenkt, sie schliesst das Maul nicht mehr und speichelt sehr stark», erzählt die aufgeregte Hundebesitzerin am Telefon. «Aber Kira liebt Tierärzte überhaupt nicht und lässt sich nicht behandeln», fügt sie hinzu. Eine nicht ganz einfache Ausgangslage also.

Aber wir stellen uns dem Problem und lassen die Besitzerin mit ihrem Hund gleich kommen. Die Erfahrung hat uns gezeigt, dass die Notfälle oft weniger dramatisch sind als angenommen und dass sich die Tiere in der Praxis ruhiger und angenehmer verhalten, als es die Besitzer vermuten. Eine Kieferluxation ist eigentlich ebenso selten wie Vergiftungen, wenn die Hunde an der Leine geführt werden. Daher vermuten wir ein ganz anderes, weit weniger dramatisches Problem, welches wir häufiger antreffen, und lassen uns nicht aus der Ruhe bringen.

Kira kommt wenig später dann auch ganz munter mit ihrer Besitzerin in die Praxis spaziert. «Inzwischen will sie sich mit der Pfote auch immer am Maul reiben.» Ein zusätzliches Indiz, welches unsere Verdachtsdiagnose erhärtet. Ganz ruhig bekommt Kira einen Maulkorb übergestülpt und wir sedieren sie mit einem Beruhigungsmittel. Nach einigen Minuten schläft sie friedlich und wir können ihre Maulhöhle inspizieren, wo wir einen eingeklemmten Ast, Knochen oder anderen Fremdkörper vermuten. Bei Kira finden wir ein schwarzes Plastikröhrchen, welches sich über ihren Backenzahn im linken Oberkiefer gestülpt hat. Dieser hindert sie am Schliessen des Mauls und weder Zunge noch Pfote schaffen es, den festsitzenden Fremdkörper zu lösen. Mit einer Zange ist der Übeltäter aber schnell entfernt und hinterlässt keinen Schaden. Bei der wachen Kira wäre dieses Unterfangen aber unmöglich gewesen und wir sind einmal mehr dankbar für die sicheren und zuverlässigen Medikamente, welche uns zur Verfügung stehen. Die Besitzerin ärgert sich etwas über ihre Achtlosigkeit beim Plaudern auf ihrem Spaziergang. «Schaut man nur mal eine Sekunde weg, schon hat sie was im Maul!» Aber das ist ja alles halb so schlimm. Nun noch die Gegenspritze und nach 10 Minuten ist Kira wieder wach und hat keine Ahnung, was geschehen ist.

Und was hat Ihr Hund schon alles gefressen, das nicht für ihn bestimmt war? Wir können Ihnen viel aufzählen: von der Verhütungspille über die Blutdrucksenker der Besitzer zum ungebackenen Zopfteig und den Cailler-Stängeli mitsamt Papier, dem Hörgerät, der Batterie, dem Leuchtstift und dem Halsband bis zu den vielen Socken … Kinder-Überraschungseier, Schweinsplätzli samt Klarsichtfolie, eine ganze Packung gefrorene Findusplätzli, Teigschaber, Le-Parfait-Tube, Stecknadeln, Spielzeuge und vieles mehr, welches uns im Moment nicht mehr in den Sinn kommt. Eigentlich wäre es ganz interessant, eine Liste über all die gefressenen Dinge zu führen, welche übrigens meistens problemlos wieder hinten raus kommen. Aber wussten Sie, dass Weintrauben für Hunde giftig sein können? Das scheinbar Harmlose ist also oft gefährlicher als die obengenannten Dinge.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Donnerstag, 08.12.2016

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Bild: ZVG

Eine (Hypothyreose) ist eine häufig auftretende Hormonerkrankung beim Hund. Die Schilddrüse produziert Hormone, welche den Zucker-, Fett- und Eiweissstoffwechsel regulieren. Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann sich auf fast alle Organe des Hundes auswirken.

Ursachen

Die häufigsten Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion sind entweder eine Entzündung der Schilddrüse oder die Zurückbildung der Schilddrüse ohne erkennbaren Grund. Ausserdem können auch Tumore in Frage kommen.

Symptome

Eine Schilddrüsenunterfunktion beim Hund kann sich in vielen Symptomen äussern. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen arbeitet der Stoffwechsel langsamer und die Leistungsfähigkeit des Hundes nimmt ab. Es kommt zum Beispiel zu:

  • Müdigkeit
  • Gewichtszunahme
  • verlangsamtem Puls
  • Kälteempfindlichkeit
  • Veränderung des Haarkleides
  • Antriebsarmut

Diagnose

Durch eine Blutuntersuchung kann der Tierarzt das Schilddrüsenhormon Thyroxin im Blut messen und so erkennen, wie gut die Drüse funktioniert. Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse weitere Aufschlüsse liefern.

Behandlung

Eine Schilddrüsenunterfunktionen beim Hund ist medikamentös gut behandelbar. Das fehlende Schilddrüsenhormon wird in Form eines Medikaments verabreicht. Dabei ist es wichtig, dass der Hund die vom Tierarzt verordnete Dosis täglich erhält.

Prognose

Die Prognose für Ihren Vierbeiner mit der täglich künstlich zugeführten Hormonzufuhr ist sehr gut. Allerdings kann es notwendig sein, die Therapie der Schilddrüsenunterfunktion beim Hund lebenslang fortzuführen. Regelmässige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt sind wichtig, um die Dosis des verabreichten Medikamentes optimal anzupassen.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Montag, 07.11.2016

Willkommener Katzennachwuchs

Bild: Heinz Barth

Die vier Augen von Mutter und Sohn sahen mich erwartungsvoll an, als ich der jungen Katzentigerdame ihren Bauch abtastete. Gerade erst vor 3 Tagen hatte sie ihren 1. Geburtstag gefeiert und schon würde sie Mami werden?

Ein Schmunzeln meinerseits verriet dann den Katzenbesitzern, dass sie sich auf Nachwuchs freuen durften. In der 4. Trächtigkeitswoche ist der Zeitpunkt ideal für den palpatorischen Trächtigkeitsuntersuch, bei welchem man durch das schmerzlose Abtasten des Bauches die Fruchtblasen mit den Föten in der Gebärmutter als kleine Kugeln spüren kann. Katzen bringen nach einer Tragezeit von ca. zwei Monaten meistens zwei bis fünf Welpen zur Welt. Bei dieser zukünftigen Katzenmutter vermuteten wir, dass es zwei sein würden. Da an diesem Tag zufällig ein Schnuppermädchen die Praxis besuchte und auch die Besitzer sehr interessiert waren, haben wir gleich noch einen Ultraschalluntersuch angeboten, welcher zwar für den Trächtigkeitsnachweis nicht nötig, aber für alle sehr eindrücklich war, denn man sah darauf die kleinen Herzchen schlagen.

Zu Hause wurde dann einige Tage vor dem erwarteten Geburtstermin alles hergerichtet. Eine schön weich ausgekleidete Wurfboxe wissen gewisse Katzen sehr zu schätzen. Andere aber verstecken sich lieber im wenig geöffneten Schrank auf unseren Kleidern oder legen sich für die Geburt einfach auf unser Kopfkissen. Manche Katzen suchen bei der Geburt die Gesellschaft des Menschen, andere ziehen sich lieber zurück. An einem Donnerstagabend ging es dann los: Der erste Welpe wurde geboren, aber bis am anderen Morgen geschah nichts mehr. Die Mutter und das Kleine waren wohlauf, aber es traten keine Wehen mehr ein. Die Situation war nicht bedrohlich, aber trotzdem überprüften wir mit einer Röntgenaufnahme die Lage des Welpen. Die Hinterendlage, d. h. der Welpe kommt mit den Hinterteil voran aus dem Geburtsweg, ist nichts Abnormales und daher versuchten wir mit Wehenmitteln die Geburt zu forcieren. Wir gaben der jungen Mutter einige Stunden Zeit und planten, falls dies erfolglos wäre, einen Kaiserschnitt am Nachmittag. Es tat sich nichts und die Besitzer brachten Mutter und Erstgeborenes kurz vor Mittag in die Praxis.

Nach der Mittagspause staunten wir nicht schlecht, als wir in der Boxe dann ZWEI kleine Tigerbabys entdeckten, die sich an ihr Mami schmiegten. Praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit hatte das zweite Kätzchen das Licht der Welt erblickt. Manchmal kommt uns die Natur eben zuvor und macht dann doch meistens alles richtig. Neugeborene sind immer wieder ein kleines Wunder und wir können nur darüber staunen, dass an den kleinen Geschöpfen alles dran ist und einwandfrei funktioniert.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Donnerstag, 06.10.2016

Arthrose bei Hunden

Bild: ZVG

Arthrose ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen beim Hund. Diese degenerative Gelenkserkrankung entwickelt sich meist schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Obwohl der Gelenkverschleiss vor allem bei älteren Hunden auftritt, können auch junge Tiere davon betroffen sein.

Diagnose

Bei der Arthrose wird Gelenkknorpel abgebaut. Die glatte Gelenkfläche, die normalerweise die reibungslose Funktion des Gelenks sicherstellt, wird abgeschliffen und allmählich zerstört.

Eine frühzeitige Diagnose der Arthrose kann den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen.

Symptome

Wenn Ihr Hund steife Gliedmassen hat, lahmt oder nur schwer aufstehen kann, können dies Symptome einer Arthrose sein. Die Beweglichkeit des Vierbeiners nimmt ab. Bewegungen wie zum Beispiel Treppensteigen oder Einsteigen ins Auto können plötzlich beschwerlich werden. Oft nimmt der Hund schmerzbedingt eine Schonhaltung ein. Beim Verdacht auf Arthrose sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Die Behandlung richtet sich je nach Schweregrad der Erkrankung. Zusätzlich zur Schmerzmitteltherapie gibt es unterstützende Massnahmen, die der Tierhalter selber durchführen kann.

Mittwoch, 07.09.2016

Hefepilz im Hundeohr

Bild: Pixabay

Bei der Auswahl eines Themas für die Wissensseiten im Dorfheftli versuchen wir immer möglichst aktuelle oder saisongerechte Themen zu finden. Nun steht die Pilzsaison vor der Tür und inspiriert uns zu folgendem Bericht.

Diesmal behandeln wir aber weder Speise-, Haut- noch Schimmelpilz, sondern den Hefepilz. Der medizinisch exakte Name für diesen Pilz lautet Malassezia, und heute möchten wir uns auf die Ohrhefen konzentrieren, welche vor allem bei Hunden angetroffen werden.

Anders als die Pilze im Wald, welche im Herbst zum Vorschein kommen, zeigen sich die Hefepilzinfektionen beim Hund häufiger in der warmen Jahreszeit. Betroffen sind meistens Hunde, die gerne im Wasser sind und Hängeohren besitzen. Denn die Hefen lieben es, wenn es warm und feucht wird. Dann vermehrt sich der normale Ohrbewohner so stark, dass es zu Entzündungen und Juckreiz kommt. Die Hunde kratzen also an den Ohren und schütteln den Kopf. Des Weiteren ist der Gehörgang und manchmal auch die Ohrmuschel voll von schwarzem Cerumen (Ohrenschmalz) und die Ohren riechen ganz speziell. Nun wissen sie auch, wieso der Tierarzt beim Untersuch seine Nase nicht gerade in, aber doch an die Ohren ihres Hundes steckt, um daran zu riechen. Wenn sie den Geruch einmal in der Nase hatten, so werden sie die Erkrankung jeweils sehr leicht selber erschnuppern können. Gerne zeigen wir unter dem Mikroskop den Besitzern die Ohrhefen auf einem gefärbten Ausstrich, um zu demonstrieren, wie schnell sie sich vermehren können. Behandelt wird der Hefepilz in den Ohren mit geeigneten Ohrentropfen oder -salben. Oft muss aber auch zusätzlich die Entzündung und der Juckreiz mit Tabletten oder Injektionen gedämpft werden. Meistens hat man die Erkrankung damit schnell im Griff.

Wenn die Hefeotitis immer wieder zum Problem wird, so sollte abgeklärt werden, ob es eine andere Grundursache für die Ohrenentzündung gibt (z. B. Allergien) und der Hefepilz nur eine Folge davon ist. Nicht selten kann durch das Kopfschütteln auch ein Othämatom entstehen, ein sogenanntes Blutohr. Das passiert, wenn die Ohrmuschel an einer harten Kante anschlägt und ein Blutgefäss platzt, womit sich das Ohr dann wie ein Nadelkissen anfühlt. Dies ist dann aber wieder eine andere Geschichte und vielleicht Thema für einen nächsten Bericht.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Montag, 08.08.2016

Fremdkörper bei Hund und Katze

Bild: ZVG

Fremdkörper in Speiseröhre, Magen oder Darm von Hund und Katze kommen in der tierärztlichen Praxis häufig vor.

Ursachen von Fremdkörpern

Verschluckte Spielzeuge, Stoffstücke, Schnüre, Socken, Bälle sowie Steine, Knochenteile oder Ähnliches sind oft Ursachen von Fremdkörpern im Verdauungstrakt.

Symptome

Die Symptome können sehr vielfältig sein:
Fieber, Appetitlosigkeit, Apathie, Blut im Kot, schwarzer Kot, blutiges Erbrechen, Bauchschmerzen. Bei Verdacht auf einen Fremdkörper sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Es ist ein medizinischer Notfall, der lebensbedrohlich sein kann. In den meisten Fällen jedoch passieren die Fremdkörper den Darm, ohne Störungen zu verursachen und fallen dem Besitzer erst auf, wenn er den Fremdkörper im Kot des Hundes entdeckt.

Erste Massnahmen

Sofern der Fremdkörper sichtbar ist, kann man versuchen, den Gegenstand von Hand zu entfernen. Hat der Besitzer den Hund oder die Katze beim Verschlucken des Fremdkörpers beobachtet, kann der Tierarzt das Tier zum Erbrechen bringen, oder je nachdem den Fremdkörper mechanisch entfernen.

Die Röntgendiagnostik

Die Röntgenaufnahme kann einen Fremdkörper im Verdauungstrakt bestätigen. Da nicht alle Materialien im Röntgenbild sichtbar sind, muss oft eine Darmpassage mittels eines Kontrastmittels durchgeführt werden, um den Fremdkörper zu lokalisieren.

Operation und Prognose

Bei festsitzenden Fremdkörpern ist eine Operation in der Regel leider unumgänglich. Die Tiere erholen sich aber meistens schnell nach solchen Operationen.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Montag, 11.07.2016

Was ist denn «FLUTD»?

Bild: ZVG

Überall werden wir mit Abkürzungen bombardiert, von denen wir zwar die Bedeutung, jedoch nicht die genaue Herkunft kennen.

Oder wissen Sie, dass CEO von Chief Executive Officer abgeleitet ist und man eigentlich auch ganz einfach Geschäftsführer sagen könnte? Auch in der Veterinärmedizin hat sich Englisch als Weltsprache durchgesetzt, und so ist auch die Abkürzung FLUTD englisch und bedeutet Feline Lower Urinary Tract Disease (auf Deutsch: Erkrankung der unteren Harnwege der Katze). CEOs in dieser Angelegenheit sind unsere Tiermedizinischen Praxisassistentinnen (TMPAs, um bei den Abkürzungen zu bleiben) und die Behandlung ist in der Tat oft schwierig. Die TMPAs sind entscheidend, weil sie bereits am Telefon den Ernst der Lage erkennen müssen. Die Besitzer vermuten häufig nichts Schlimmes dahinter, wenn ihre Katze ungewöhnlich lange im Katzenklo kauert. «Ist ihre Katze ein Kater oder eine Kätzin?» lautet dann die nächste Frage der Praxisassistentin, und die Antwort entscheidet über Notfall oder nicht.

Der Kater unterscheidet sich nämlich anatomisch von der Kätzin in der Ausbildung der Harnröhre: Kurz vor der Penisspitze befindet sich eine Engstelle, welche es ihm zwar ermöglicht weit zu spritzen und zu markieren, aber auch eine Gefahr darstellt. An dieser Engstelle können sich nämlich Urinkristalle (oft Struvitkristalle) ablagern und zur Obstruktion führen (ähnlich der Duschbrause, wo sich der Kalk an den feinen Düsen ablagert). Dies führt zu einer prallgefüllten, harten und schmerzhaften Blase, weil kein Urin mehr abgesetzt werden kann, und auch die Nieren können durch den Harn-Rückstau irreversibel geschädigt werden. Sofortige Hilfe ist also angesagt: Die Verstopfung muss in Narkose durch Spülen gelöst und entfernt werden. Mit Blutuntersuchen wird die Nierenfunktion überprüft und die Infusion und Schmerzmittel verbessern den Allgemeinzustand. Der entnommene Urin kann unter dem Mikroskop auf die erwähnten Kristalle untersucht und ins Labor geschickt werden für eine bakteriologische Untersuchung. Je nach Untersuchungsergebnissen wird dann lebenslang Spezialfutter verordnet, welches die Entstehung dieser Kristalle verhindert. Zusätzlich versucht man das Trinkverhalten und die Lebensumstände der Katzen zu optimieren. Rezidive (Rückfälle) sind aber immer möglich, sodass in wenigen Fällen schliesslich nur eine Penisamputation eine erneute Verstopfung verhindern kann. Kätzinnen können übrigens ebenso von der Bildung dieser Harnkristalle betroffen sein. Wegen der elastischen und grösseren Harnröhre kommt es aber nicht zur lebensbedrohlichen Obstruktion, sondern meistens nur zu einer Blasenentzündung.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Montag, 06.06.2016

Zuckerkrankheit beim Hund

Bild: ZVG

Diabetes mellitus, die «Zuckerkrankheit», ist eine Stoffwechselerkrankung, die nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Tier vorkommen kann.

Beim Hund sind meist ältere Tiere betroffen. Einem Hund mit Diabetes mellitus fehlt Insulin, ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel senkt. Entweder kann die Bauchspeicheldrüse des Hundes das Insulin nicht mehr ausreichend produzieren oder das Hormon kann nicht mehr an den Körperzellen wirken.

Wie erkenne ich bei meinem Hund eine Zuckerkrankheit?

Meist fällt dem Besitzer vermehrter Durst und auch vermehrter Harnabsatz auf, gleichzeitig kommt es oft bei gesteigertem Appetit zu einem Gewichtsverlust des Tieres.

Diagnose und Therapie

Der Tierarzt kann einen Diabetes mellitus in der Regel eindeutig durch Blut- und Urinuntersuchungen nachweisen. Es werden zwei Formen der Diabetes beobachtet:

Typ 1 = Insulinabhängiger Diabetes:
Dieser Typ des Diabetes mellitus ist der häufigste und bedeutet, dass Ihr Tier Insulininjektionen erhalten muss!

Typ 2 = Insulinunabhängiger Diabetes:
Bei diesem Typ des Diabetes mellitus werden noch kleine Mengen körpereigenes Insulin gebildet. Hier kann unter Umständen auf das Spritzen von Insulin verzichtet werden. Bei beiden Formen der Diabetes ist eine Kontrolle durch den Tierarzt unbedingt notwendig! Eine angepasste Diabetikerdiät und die Erhaltung eines normalen Körpergewichtes sind von grosser Wichtigkeit für den Behandlungserfolg.

Prognose

Hunde, die an Diabetes mellitus erkranken, können mehrere Jahre ohne größere Einschränkungen weiterleben, wenn der Diätplan und die Anweisungen des Tierarztes genau eingehalten werden.

Trotzdem oder bei unzulänglicher Behandlung können in einigen Fällen Folgeerscheinungen wie Augenprobleme, vermehrtes Ausscheiden von Urin oder Harnwegsinfekte auftreten. Wird ein Diabetes mellitus beim Hund nicht erkannt und behandelt, kann die Erkrankung tödlich enden. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Montag, 09.05.2016

Die Fuchsräude beim Hund

Bild: ZVG

Immer häufiger, scheint es uns, werden uns in der Praxis Tiere mit Hauterkrankungen vorgestellt. Eine dieser Erkrankungen, welche in letzter Zeit zunehmend diagnostiziert wird, möchten wir Ihnen heute vorstellen: Es handelt sich um die Infektion mit der Sarcoptesmilbe, der sogenannten Fuchsräude.

Meistens sind Hunde davon betroffen und zeigen einen ausgeprägten Juckreiz. Da die Erkrankung zu den Zoonosen gehört, kann sich aber auch der Mensch anstecken, bei welchem man dann von «Krätze» spricht. Die Krankheit ist sehr ansteckend und erfolgt über direkten Körperkontakt von Tier zu Tier oder über Hautpartikel und Hautkrusten von infizierten Füchsen, welche am Geäst im Wald oder in den Fuchshöhlen hängen bleiben. Die Milben graben sich dann in die obersten Hautschichten und legen dort ihre Eier ab. Dies verursacht Juckreiz und Hautrötungen wie auch oft Haarausfall.

Da es noch sehr viele andere Ursachen gibt, welche zu Juckreiz und Hautentzündungen beim Hund führen können, ist die Diagnose der jeweiligen Erkrankung gar nicht so einfach. Bei der Fuchsräude kann dies mit einem Hautgeschabsel, bei welchem mit einer scharfen Klinge an den betroffenen Stellen Haut abgeschabt und unter dem Mikroskop nach Milben abgesucht wird, gelingen. Da schon sehr wenige Milben starken Juckreiz auslösen, werden sie aber nicht immer gefunden. Deshalb greift man unter Umständen auch auf einen Bluttest zurück, bei welchem Antikörper gegen Sarcoptesmilben bestimmt werden. Auch dieser Test ist jedoch nicht immer beweisend, da erst ca. 5 Wochen nach Ansteckung die Abwehrkörper nachweisbar sind und auch Kreuzreaktionen mit anderen Milben auftreten können. So kann dieser Test also sowohl Falsch-Negativ- wie auch Falsch-Positiv-Ergebnisse liefern.

Auf Grund dieser Unsicherheit werden die Hunde manchmal auch «auf Verdacht» einfach behandelt. Dies geschieht mit verschiedenen Antiparasitika, welche vorbeugend auch gegen andere Ektoparasiten wie Flöhe oder Zecken eingesetzt werden können.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Montag, 11.04.2016

Meerschweinchen

Bild: Pixabay

Meerschweinchen kommen ursprünglich aus Südamerika. Weibchen sind bereits mit 3 bis 4 Wochen geschlechtsreif und bringen nach ca. 68 Tagen bis zu 7 Junge auf die Welt. Die Jungen werden sehend und behaart geboren. Sie fressen bereits in den ersten Tagen, werden aber trotzdem mehrere Wochen von der Mutter gesäugt. Die Lebenserwartung liegt bei 6 bis 8 Jahren.

Artgerechte Haltung

Meerschweinchen sind als soziale Tiere sehr gesellig. Sie müssen in Gruppen von mindestens zwei Tieren gehalten werden. Es können auch Weibchen mit Männchen gehalten werden, wobei das Männchen dann kastriert sein sollte. Zur artgerechten Haltung gehört ein grosses, abwechslungsreich gestaltetes Gehege. Wenn die Tiere Gelegenheit haben, sich langsam an den Freilandauslauf zu gewöhnen, vertragen sie auch winterliche Temperaturen ohne Probleme.

Ernährung

Das Hauptnahrungsmittel ist viel frisches Heu. Es ist wegen seiner Rohfasern besonders wichtig und sollte immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Täglich frisches Grünfutter (Gras, Kräuter, Löwenzahn, verschiedene Gemüse und Obst) verabreichen. Frisches Trinkwasser muss ständig zur Verfügung stehen.

Zähne

Die Zähne des Meerschweinchens wachsen zeitlebens nach. Nagetiere sind darauf angewiesen, immer etwas zum Nagen zu haben. Dafür geeignet sind Äste wie z. B. Haselnuss, Weide, Eiche, Linde. Falsch abgenutzte Zähne können unter Umständen eine normale Nahrungsaufnahme verunmöglichen.

Parasiten

Bitte gehen Sie mit Ihrem Tier zum Tierarzt, wenn Sie Haarausfall, starken Juckreiz, Schuppen oder Parasiten im Fell bemerken. Nicht alle Parasiten sind mit blossem Auge zu erkennen. Ein Tierarzt kann eine Haar- oder Hautprobe unter dem Mikroskop untersuchen.

Krallen

Bedingt durch die Käfighaltung nutzen sich die Krallen der Meerschweinchen oft zu wenig ab. Wenn die Krallen zu lang und deformiert sind, sollten sie gekürzt werden.

Beachten Sie:

Meerschweinchen müssen täglich fressen!
Meerschweinchen die nicht mehr fressen, sind immer dringende Notfälle und sollten dem Tierarzt vorgestellt werden.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Montag, 07.03.2016

Werden Hunde auch dement?

Bild: ZVG

Beim Hund nimmt wie beim Menschen im Alter die Leistungsfähigkeit der Organe ab, was zu Altersbeschwerden führen kann, wovon die kognitive Dysfunktion / Demenz nur eine ist. Aber wann ist ein Hund denn eigentlich alt?

Dies hängt ganz von der Grösse des Hundes ab. Je kleiner die Hunderasse umso älter wird sie. Ein Berner Sennenhund ist bereits mit 10 Jahren alt und hat eine Lebenserwartung von 12 Jahren, wogegen ein Yorkshire Terrier durchaus 18 Jahre alt werden kann. Meistens treten die Altersbeschwerden schleichend auf. Erste Anzeichen sind die Schwerhörigkeit oder die Linsentrübung, welche von Tierärzten sogar zur Altersbestimmung herangezogen werden kann. Bei Hunden grösserer Rassen beobachtet man im Alter manchmal Anlaufprobleme, das heisst, dass die ersten Schritte nach dem Aufstehen sehr zaghaft, mühsam und teils schmerzhaft sind. Die Hunde meiden Treppen und man entdeckt abgeschliffene Krallen an den Hinterpfoten vom Zehenschleifen auf dem Asphalt. Dies können Zeichen von Abnützung in den Gelenken, sogenannte Arthrose, sein. Eventuell können Medikamente und Futterzusätze die Lebensqualität deutlich verbessern, und man sollte darauf achten, dass die Hunde durch die verminderte Bewegung nicht übergewichtig werden.

Um gewissen Alterskrankheiten vorzubeugen kann man mit 8 bis 10 Jahren auch eine Blutuntersuchung (Alters-Check) machen lassen und dabei unter anderem die Nieren-/Leberfunktion, Zucker- und Schilddrüsenwerte prüfen. Für einige Alterskrankheiten gibt es inzwischen Medikamente, welche zwar nicht jünger machen, aber die Lebensqualität verbessern. So gibt es auch für Demenzanzeichen Medikamente zur Verbesserung der Hirndurchblutung. Diese kann man als sogenannte diagnostische Therapie ausprobieren, weil wir – im Gegensatz zum Menschen – beim Hund noch keinen Mini-Mental-Test durchführen können. Unsauberkeit im Alter kann auch zu einem ernsthaften Problem werden. Und zwar nicht nur für die putzenden Besitzer, sondern auch für die Hunde, welchen es sehr unangenehm ist. Die Altersbeschwerden können so schwerwiegend werden, dass die Würde des Tieres nicht mehr gewahrt werden kann, und dass auch eine Euthanasie zum Wohl des alten Kameraden in Betracht gezogen werden soll. Denn leider ist das selbständig friedliche letzte Einschlafen beim Hund eher eine Seltenheit.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Donnerstag, 04.02.2016

amicus.ch – Die neue Hundedatenbank

Bild: ZVG

Seit 4. Januar 2016 werden Hunde nicht mehr in der Tierdatenbank ANIS, sondern in der neuen Hundedatenbank AMICUS registriert. Diese Verbesserung soll dazu dienen, die Herkunft eines Hundes lückenlos zurückverfolgen zu können – zum Schutz von Hund und Mensch.

Funktionen

Zur Verbesserung der Datenqualität haben die Gemeinden bei der Erfassung und Registrierung der Hundehalterinnen und Hundehalter eine zentrale Rolle. Praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte sind für die Registrierung der Hunde verantwortlich. Hundehalterinnen und Hundehalter haben auf www.amicus.ch Zugang zu ihren Daten und zu denjenigen ihrer Hunde.

Ihre Daten

Wenn Sie bereits einen Hund haben, dann können Sie sich mit den Logindaten von ANIS auf AMICUS unter www.amicus.ch einloggen.

Ihr erster Hund

Sie hatten noch nie einen Hund und möchten nun einen? Dann lassen Sie sich bei Ihrer Gemeinde auf AMICUS als Hundehalter registrieren. Ihre Benutzerdaten und Ihr Passwort werden Ihnen daraufhin per Post zugestellt. Anschliessend können Sie sich auf AMICUS unter www.amicus.ch einloggen.

Registrierung und Chippen

Gehen Sie mit Ihrem Hund zum Tierarzt und nehmen Sie unbedingt Ihre Personen-ID mit. Der Tierarzt implantiert Ihrem Hund einen Mikrochip und meldet bei AMICUS, dass Sie der Hundehalter sind.

Meldepflichten

Sie und Ihr Hund müssen bei AMICUS registriert sein.

Sie als Halter sind verantwortlich, dass Sie folgende Ereignisse bei AMICUS melden:

  • Abgabe und Übernahme des Hundes
  • Ausfuhr des Hundes ins Ausland
  • Tod des Hundes

Weitere Informationen finden Sie unter: www.amicus.ch. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!
Quelle: amicus.ch


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Montag, 11.01.2016

Das Kaninchen beim Zahnarzt

Bild: ZVG

Auch Kaninchen werden uns ab und zu in der Praxis vorgestellt und gehören nicht zu den «einfachen» Patienten. Einerseits sind sie als Fluchttiere recht schwierig auf dem Tisch für die Untersuchung zu fixieren, andererseits zeigen sie wenig differenzierte Symptome oder Reaktionen auf die Untersuchungen.

Werden wir Tierärzte in der Praxis auf unsere Kratzverletzungen an den Unterarmen angesprochen, so müssen wir den Kunden meistens widersprechen und berichtigen, dass wir nicht eine böse Katze in Behandlung hatten, sondern uns ein Kaninchen mit kräftigen Hinterläufen und langen Krallen die Verletzung zugefügt hat. Oft werden uns die Langohren vorgestellt, weil sie abgemagert sind. Da man verständlicherweise die Kaninchen nicht täglich überprüft und abtastet, merkt man das leider oft erst relativ spät. Nebst vielen anderen Ursachen sind auch Zahnfehlstellungen und folglich ungenügende Nahrungsaufnahme dafür verantwortlich.

Häufig sind aber nicht nur die gut sichtbaren langen Schneidezähne von der Fehlstellung betroffen, sondern auch die weit hinten versteckten Backenzähne. Schräg abgenutzte Schneidezähne lassen vermuten, dass das Kaninchen das Futter nur noch einseitig mahlen kann. Die sonst flache Mahlfläche der Backenzähne wird dann nicht mehr richtig abgenutzt, und weil Nagerzähne ständig nachwachsen, bilden sich Spitzen und Zacken, die sowohl die Backenschleimhaut wie auch die Zunge verletzen können. Es kann sogar vorkommen, dass die Unterkieferzähne brückenförmig zusammenwachsen und die Zunge darunter gefangen nehmen, was die Nahrungsaufnahme dann völlig verunmöglicht. Meistens benötigen wir eine Sedation oder Narkose um die Backenzähne richtig zu inspizieren und Zahnkorrekturen vorzunehmen. Glücklicherweise fressen die Tiere aber nach diesem Eingriff meist sehr schnell wieder ganz normal. In der Folge müssen die Besitzer aber darauf achten, dass das Kaninchen seine Zähne gut gebraucht und abnützt. Holzstängel und gutes Heu sind anzubieten, und regelmässig sollte man das Tier wägen und die Abnützung der Schneidezähne kontrollieren. Wird ein Nagerzahn z. B. durch die Fehlstellung nicht mehr genügend abgenutzt, so wächst er nicht nur in die Maulhöhle, sondern ebenso in den Kiefer hinein, was dann das zweithäufigste Zahnproblem, nämlich einen Kieferknochenabszess, zur Folge hat. Da wir für die Kaninchen noch keine Spangen anbieten, ist also das richtige Futter die beste Vorbeugung für Zahnprobleme beim Nager.


Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Donnerstag, 03.12.2015

Epilepsie bei Hund und Katze

Bild: ZVG

Wenn der kleine Liebling plötzlich von Krämpfen geschüttelt wird, erschrickt jeder Tierhalter. Unter Hunden ist Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung. Katzen sind etwas seltener betroffen. Die Epilepsie ist eine Erkrankung, bei der die Nervenzellen im Gehirn übermässig erregt sind und das Tier dadurch krampft.

Wir unterscheiden zwei Arten der Epilepsie:

  • Die primäre Epilepsie, deren Ursache meistens nicht bekannt ist. Die Nervenzellen von Tieren mit Epilepsie sind leichter erregbar, was zu den Krämpfen führt.
  • Die sekundäre Epilepsie: Bei dieser Form ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für die epileptischen Krämpfe. Beispielsweise können eine Entzündung des Gehirns, eine Lebererkrankung, Tumore oder eine Vergiftung die Krämpfe auslösen.

Ein epileptischer Anfall kann generalisiert oder lokal auftreten.

Generalisierte Anfälle: Die klassischen Krämpfe, die wir aus den Medien kennen, betreffen den ganzen Körper. Häufig verlieren die Tiere während eines solchen Anfalls das Bewusstsein. Sie können unterschiedliche Symptome zeigen: Sie speicheln oder schäumen aus dem Mund, setzen unkontrolliert Urin oder Kot ab, verdrehen die Augen, zucken oder schnappen. In der Regel sind die Anfälle von kurzer Dauer (ca. 1 Min.) können aber in einen lebensbedrohlichen Daueranfall übergehen.

Lokale Anfälle, bei denen nur kleine Muskelpartien betroffen sind, sind schwerer zu erkennen. Oft äussern sie sich in Verhaltensauffälligkeiten, z.B Schwanzbeissen, Fliegenschnappen oder unmotiviertes Bellen oder Heulen.

Therapie und Behandlung

Da ein epileptischer Anfall in der Regel nur von kurzer Dauer ist, zeigen die Tiere, wenn sie bei uns in der Praxis vorgestellt werden, bereits keine Symptome mehr. Bei jüngeren Tieren wird der Allgemeinzustand untersucht, und in den meisten Fällen bekommt der Besitzer ein Notfallmedikament (Valiumklistier), welches er zu Hause bei einem erneuten Anfall selbst applizieren kann. Bei älteren Tieren empfehlen wir, das Blut untersuchen zu lassen, um sekundäre Ursachen auszuschliessen und die Behandlung anzupassen.

Die Schwere und die Häufigkeit der Anfälle entscheiden darüber, ob das Tier Medikamente bekommt. Therapien mit Medikamenten helfen, die Tiere von Krämpfen zu befreien oder die Anfälle abzuschwächen.

Epilepsie ist nicht heilbar und die Behandlung muss lebenslang durchgeführt werden.

Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Freitag, 06.11.2015

Was hüpft denn da? Der Flohbefall bei Hund und Katze

Wiederkehrend jeden Herbst steigt in unserer Praxis der Verbrauch von Präparaten zur Umgebungsbehandlung (z.B. der Wohnung) bei Flohproblemen stark an. Oft unbemerkt haben sich die Hauskatzen während des Sommers mit Flöhen angesteckt.

Im Gegensatz zu Hunden, die sich bei Flohbefall intensiv kratzen, putzen sich die Katzen einfach etwas intensiver, wenn die Flöhe im Fell jucken, was den Tierbesitzern nicht mal auffallen muss. Die Katzen stecken sich draussen direkt bei Artgenossen, Igeln oder an einem von mehreren Tieren benutzen Liegeplatz mit Flöhen an. Nach der Blutmahlzeit legen die Flöhe unzählige Floheier, welche dann auch in der Wohnung aus dem Fell kugeln, um sich am Boden zu Flohlarven zu entwickeln. Diese Larven können einige Meter weit wandern und verstecken sich in der Wohnung dann gerne in Ritzen und Spalten von Wänden oder Möbeln, um sich dort zu verpuppen. Nach Wochen bis Monaten schlüpfen aus diesen Cocons junge Flöhe, die dann auch uns Menschen befallen können. Juckende Stiche, zum Beispiel am Sockenrand, sind die Folge und fordern den Einsatz von Umgebungssprays. Nur ca. 5 % der Flohpopulation befindet sich auf dem Tier, die restlichen 95 % entwickeln sich gerade als Ei, Larve oder Puppe. Mit dem richtigen Einsatz der Umgebungssprays werden dann nicht nur die erwachsenen Flöhe abgetötet, sondern auch die Weiterentwicklung der anderen Flohstadien verhindert.

Mit einem einfachen Test können Sie überprüfen, ob ihre Katze oder ihr Hund mit Flöhen befallen ist: Entweder kämmen Sie mit einem beim Tierarzt erhältlichen Flohkamm das Fell des Vierbeiners gründlich durch oder «Rubbeln» kräftig durch das Fell auf der Kruppe und untersuchen dann die ausgekämmten oder rausgefallenen Haare, Schuppen und Schmutzpartikel auf einem weissen Blatt oder Haushaltspapier, indem Sie alles mit Wasser befeuchten. Wenn sich nun die vermeintlichen schwarzen Sandkörner langsam rötlich verfärben, haben Sie nicht Schmutz, sondern Flohkot auf Ihrem Tier gefunden, was den Flohbefall eindeutig beweist.

Vor Flohbefall schützen können Sie ihr Tier mit der regelmässigen Anwendung von – leider nicht ganz günstigen – Antiparasitika in Spot-on-Form (Tropfen auf Nackenhaut) oder Halsbändern (wir empfehlen geruchslose). Für Hunde stehen neustens auch Tabletten zur Verfügung und in speziellen Fällen werden noch zusätzliche Produkte wie auch die Umgebungsbehandlung empfohlen.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Mittwoch, 07.10.2015

Kastration von Hund und Katze

Eine der häufigsten Fragen, die uns in der Praxis gestellt wird, ist: Soll ich meine/-n Hündin/ Rüden oder meine/-n Katze/Kater kastrieren lassen? Was sind die Vor- oder Nachteile der Kastration für mein Tier? Welche Risiken birgt ein solcher Eingriff in sich?

Kastration der Hündin

Mit der Kastration werden die Fortpflanzungsfähigkeit und die Läufigkeit der Hündin verhindert. Vorteile: Eine Frühkastration kann auch eine vorbeugende Wirkung gegen Zitzentumore haben. Meistens ist jedoch die Bequemlichkeit der ausschlaggebende Grund, die Hündin kastrieren zu lassen. Der Besitzer muss sich keine Sorgen über unerwünschten Nachwuchs machen, mehrere Wochen der unter Umständen mühsamen Zeit der Läufigkeit oder eventuell auch Scheinträchtigkeit wird vermieden. Nachteile: Fellveränderungen, Gewichtszunahme oder auch Harninkontinenz können nach einer Kastration vorkommen. Wenn man sich zur Kastration entscheidet, empfehlen wir die Frühkastration, das heisst vor oder nach der ersten Läufigkeit. Die Operation sollte in der Ruhephase zwischen zwei Läufigkeiten erfolgen, also nicht ganz kurz vor- oder nachher. Heutzutage haben wir auch die Möglichkeit, die Läufigkeit hormonell zu unterdrücken.

Kastration des Rüden

Durch die Hormonumstellung wird der Geschlechtstrieb verhindert. Vorteile: Die Aggressivität gegenüber anderen Hunden kann reduziert werden. Hodentumore oder auch die Vergrösserung der Prostata können verhindert werden. Nachteile: Harninkontinenz, Fellveränderungen oder Gewichtszunahme können Folge einer Kastration sein. Auch der Rüde kann mittels eines Implantats, welches ca. ein halbes Jahr wirksam ist, chemisch «kastriert» werden. Dieser Vorgang ist reversibel.

Kastration der Katze und des Katers

Wir empfehlen, Katzen und Kater früh kastrieren zu lassen, das heisst mit ca. 6 Monaten. Wir verhindern dadurch einerseits die Rolligkeit der Katze bzw. das Markieren des Katers und anderseits kann somit auch die Zahl der wild lebenden Katzen dezimiert werden.

Risiken bei Kastration

Jede Narkose oder Operation birgt gewisse Risiken in sich. Zwischenfälle sind jedoch zum Glück sehr selten. Bitte wenden Sie sich bei Fragen oder Unklarheiten an uns oder Ihren Tierarzt. Wir beraten Sie gerne!

Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Freitag, 04.09.2015

Das Gras im Hals

Heute schreiben wir über einen «klassischen Fall» bei Katzen, der uns in der tierärztlichen Praxis nicht selten beschäftigt: Die Anamnese – so nennt man in der medizinischen Sprache die «Vorgeschichte» – lautet am Telefon jeweils ganz unterschiedlich: Mal atmet die Katze komisch, mal frisst sie schlecht oder mit abnormen Bewegungen und Geräuschen, oder sie erbricht, hustet, oder niest.

Dieses Mal machte sich die Besitzerin von Mara aber Sorgen, dass sie womöglich einen Autounfall mit inneren Blutungen habe, sie sei so «duuch» und fresse nicht. Glücklicherweise konnten wir in der Praxis aber schnell Entwarnung geben, denn die 8-jährige Kätzin machte einen ganz munteren Eindruck. Als wir ihr aber den Hals abtasteten, reagierte sie sehr empfindlich mit Würge- und Brechreiz. Nach einer Beruhigungsspritze konnten wir dann Maras Rachen genau untersuchen und fanden, was wir vermuteten: Weit hinten guckte nur noch die kleine grüne Spitze eines Grashalms hinter dem weichen Gaumen hervor. Vorsichtig konnten wir das 8cm lange Gras ganz allmählich und vorsichtig aus dem Nasenrachen rausziehen, ohne zu verletzen. Denn die spitzen Widerhaken am Gras, die wir unter dem Mikroskop eindrücklich demonstrieren konnten, machen das Zurückziehen des Grases manchmal fast unmöglich.

Oft fressen Katzen Gras, um beim darauf folgenden Erbrechen unverdauliche Maus- und Fellresten aus dem Magen zu befördern. Wenn ein Gras mit Widerhaken dann beim Erbrechen in den Nasenrachen gelangt, schiebt es sich immer weiter nach vorne, setzt sich mit den Widerhaken fest, behindert beim Schlucken oder reizt die Nasenschleimhaut. Wenn wir mal trotz grossem Verdacht kein Gras finden, hat es sich vielleicht schon weiter nach vorne gearbeitet und erscheint dann Tage bis Wochen später an der Nasenöffnung. So erging es auch «Honey», dem 2-jährigen Kater, der auch so komisch schluckte. Kaum aus der Transportkiste raus, hatte er einen heftigen Niesanfall, worauf die grüne Spitze des «Corpus Delicti» beim Nasenloch sichtbar wurde und ganz einfach (denn in diesem Fall nicht in Gegenrichtung der Widerhaken) entfernt werden konnte. Diese abendliche Konsultation hatte sich mehr als gelohnt, bei kleinstem Aufwand hundertprozentiger Erfolg.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Montag, 10.08.2015

Einblick in die Tierarztpraxis

Wie jedes Jahr, haben auch dieses Jahr zwei Gruppen zu je acht Kindern die Gelegenheit wahrgenommen, im Rahmen des «Ferien-spasses» einen Einblick in den Praxisalltag unserer Tierarztpraxis zu erhalten.

Beim Rundgang durch die Praxis haben die Kinder Wissenswertes über den Röntgenapparat und Röntgenbilder erfahren. Im Operationssaal bestaunten sie die verschiedenen Untersuchungsgeräte und erfuhren wie der Narkoseapparat funktioniert. Die Kinder waren sehr interessiert und haben viele Fragen gestellt.

Anschliessend durften die Kinder eine Katze untersuchen. Mit grosser Geduld liess sich die Katze mit dem Otoskop in die Ohren schauen, mit dem Stethoskop die Herztöne abhören und auch einen Blick in ihren Mund und Rachen werfen.

Für weitere Demonstrationen und Erklärungen musste dann aber unsere «Praxiskatze» herhalten. Mit grossem Eifer haben die Kinder unseren «Praxistieren» Verbände angelegt und verschiedene Techniken kennengelernt.

Der Einblick in die Welt der kleinsten Tierchen hat viele sehr fasziniert. Sie durften verschiedene Parasiten, unter anderem Flöhe und Milben, unter dem Mikroskop beobachten.

Nach einem Znüni konnten die Kinder ihr neu erworbenes Wissen bei einem Quiz unter Beweis stellen und einen Preis in Empfang nehmen. Der spielerisch-lehrreiche Morgen ging viel zu schnell vorüber.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
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Mittwoch, 01.07.2015

Wenn der Hund schlittelt

Wenn sich Ihr Hund ins Gras oder – noch schlimmer – auf den Teppich setzt und sich «schlittelnd» mit den Vorderbeinen vorwärts zieht, dann sind daran meistens die Analbeutel schuld.

Verstopfte Analbeutel können auch der Grund dafür sein, dass sich Ihr Hund intensiv am After leckt oder plötzlich schmerzhaft auf das Anfassen am Hinterteil reagiert. Wenn Sie leicht seitlich unterhalb des Afters Blut oder Eiter feststellen und es den Hund schmerzt, so hat sich ein Analbeutelabszess gebildet. Ein weiteres Ärgernis sind Analbeutel, die sich spontan entleeren und mit ihrem stinkenden Sekret die gute Stube oder das Büro verpesten.

Bei den meisten Problemen kann der Tierarzt helfen: Verstopfte Analbeutel (wenn der Hund schlittelt) werden entleert und eventuell gespült. Dabei besteht die Gefahr, dass das rausspritzende Sekret den Tierarzt trifft, was für diesen auf Grund des Gestankes sehr unangenehm ist. Wenn nicht die Analbeutel der Grund fürs Schlitteln sind, muss der Hund vielleicht auch entwurmt werden. Bei schmerzhaften und entzündeten Analbeuteln helfen symptomlindernde Medikamente. Abszesse müssen, wenn offen, gespült und mit Medikamenten versorgt werden. Als letzte Möglichkeit können die Analbeutel auch chirurgisch entfernt werden. Diese Operation ist aber recht kostspielig, in der Vorbereitung aufwändig und nicht immer komplikationslos.

Aber wozu braucht es eigentlich diese Stinkdrüsen und wieso bereiten sie Probleme? Hunde wollen mit dem Sekret ihren Duft verbreiten: Beim Kotabsatz wird zum Schluss etwas Sekret ausgepresst, fällt zu Boden und die Duftmarke ist gesetzt. Mit Futterzusätzen kann versucht werden, den Kot voluminöser zu machen, und somit die natürliche Entleerung der Analbeutel zu verbessern. Oder lassen Sie sich vom Tierarzt die manuelle Entleerung demonstrieren und führen Sie diese zu Hause regelmässig selbständig durch.

Auch Katzen besitzen diese Analbeutel. Bei ihnen führen sie aber ganz selten zu Problemen, was wohl mit der intensiveren Köperpflege zu tun hat, bei der sich die Katze in der Aftergegend putzt. Rundlichere Katzen, die es auf Grund ihrer Körperform nicht mehr schaffen ihr Hinterteil zu putzen, können aber von Analbeutelproblemen betroffen sein. Ansonsten ist das spontane Setzen einer «Duftmarke» eher ein Zeichen ihres Unmutes oder der Verspannung, wenn wir sie z. B. in der Praxis aus der Transportkiste rausholen. Ausführlichere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der Schweiz. Vereinigung für Kleintiermedizin unter: www.svk-asmpa.ch/hund/analbeutel/index.html


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Mittwoch, 27.05.2015

Haalbalg- oder Demodex-Milben

Nebst den an der Oberfläche lebenden Hautparasiten wie Haarlingen, Flöhen, Räudenmilben oder Ohrmilben liegen die Haarbalgmilben (Demodexmilben) – wie der Name sagt – in den Haarfollikeln oder in der Talgdrüse.

Demodikose
Demodikose ist eine durch die Haarbalgmilbe (Demodexmilbe) verursachte, meist entzündliche Hautkrankheit des Hundes mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen. In kleinen Mengen gehören Demodexmilben zur normalen Hautflora und verursachen bei gesunden Tieren keine Probleme. Wir unterscheiden zwischen Jung- und Erwachsenen-Demodikose sowie zwischen lokalisiertem und generalisiertem Befall.

Junge Demodikose: Bei der jungen Demodikose können genetische Faktoren im Spiel sein. Die Demodexmilbe wird von der Hündin durch engen Kontakt in den ersten 2 bis 3 Lebenstagen auf die Welpen übertragen. Neben der Ansteckung braucht es aber noch andere begünstigende Faktoren wie zum Beispiel Krankheiten oder Stress, damit es beim Tier zum Krankheitsausbruch kommt.

Adulte Demodikose: Stress, hormonelle Erkrankungen, Behandlungen mit Cortison über einen längeren Zeitraum oder auch Chemotherapie können das Immunsystem schwächen und das Tier für einen Befall anfällig machen.

Freitag, 08.05.2015

Giardien: immer wieder Durchfall

Immer wieder werden uns Tiere mit wiederkehrendem Durchfall vorgestellt. Dabei kommen diverse Ursachen in Frage. Neben fütterungsbedingen Gründen (z. B. Futtermittelunverträglichkeiten oder gar -Allergien) muss dabei auch an Giardien gedacht werden.

Giardien sind sogenannte Einzeller. Sie befallen als Parasit den Dünndarm und werden mit den gängigen Entwurmungsmedikamenten nicht abgetötet. Giardien sind sogenannt fakultativ pathogen. Das bedeutet, dass befallene Tiere nicht unbedingt klinisch erkranken, also keinen Durchfall haben. Solche Tiere werden stille Träger genannt und verbreiten den Erreger in der Umwelt, wo sich andere Tiere anstecken können (z. B. durch Aufnahme von kontaminiertem Wasser). Durchfall, manchmal auch Erbrechen, entsteht, wenn einerseits der Infektionsdruck zu gross wird, also eine sehr grosse Menge an Giardien vorhanden ist, oder aber wenn das Tier geschwächt, also immunsupprimiert ist. Ein häufiger Grund stellt dabei ein Besitzerwechsel dar, vor allem wenn Welpen aus der Zucht an die neuen Besitzer abgegeben werden. Wenn die Mutter ein stiller Träger ist, steckt sie die Welpen an. Sobald dann die Welpen aus der Obhut der Mutter und aus der gewohnten Umgebung an den neuen Besitzer abgegeben werden, bedeutet dies einen nicht zu unterschätzenden Stress für das junge Tier. Dazu kommt oft noch ein Futterwechsel, was eine Belastung für die Verdauung darstellt. Durch all diese Faktoren können sich die Giardien dann vermehren und Durchfall auslösen. Falls in einem solchen Fall Giardien festgestellt werden, z. B. über einen Schnelltest vom Kot in der Praxis, lohnt es sich, den Züchter zu informieren. Wichtig ist dabei, dass man dem Züchter keinen Vorwurf macht, da er meistens gar nicht wissen kann, dass die Mutter befallen war! Aber man kann die anderen Welpenbesitzer informieren, dass man bei Durchfallerkrankungen an Giardien denken sollte. Und falls die Mutter weiter zur Zucht verwendet wird, sollte man auch sie testen und allenfalls behandeln. Bei erwachsenen Tieren können sich Giardien vor allem opportunistisch vermehren, das heisst als Folge einer anderen (Durchfall-) Erkrankung wie z. B. virale Infektionen.

Die Behandlung ist nicht immer ganz einfach, da oft Therapieresistenzen auftreten. Daher lohnt sich nach beendeter Therapie immer eine Nachtestung des Kots auf Giardien. Oft müssen alle Tiere des Haushalts behandelt werden, auch wenn nicht alle an Durchfall erkrankt sind, um Reinfektionen zu verhindern. Giardien besitzen auch ein zoonotisches Potential, d. h. auch der Mensch kann sich anstecken. Die Gefahr ist nicht allzu gross, aber vor allem bei Kindern und geschwächten Personen (z. B. unter Chemotherapie) kann der Erreger auch beim Menschen Durchfall, Übelkeit und Bauchschmerzen auslösen.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Dienstag, 07.04.2015

Pilzerkrankungen

Hautpilze gelten als eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Katzen. Bei Hunden sind sie weniger häufig zu beobachten, treten aber oft als Sekundär-Erkrankung oder im Zusammenhang mit anderen Hautentzündungen auf.

Vorkommen
Pilze sind v. a. in hornhaltigen Schichten wie Haare, Nägel und Krallen anzutreffen und verursachen häufig starken bis mässigen Juckreiz.

Ansteckung
Die Infektion erfolgt über den direkten Kontakt mit infektiösen Pilzsporen, bei direktem Kontakt mit einem sichtbar infizierten Tier (Haare, Schuppen) oder über Kontakt mit der infizierten Umgebung (Kämme, Bürsten, Liegeplätze, Transportkörbe etc.) Die Infizierung mit Pilzen hängt vor allem mit dem Immunstatus des Tieres zusammen.

  • Junge, alte oder kranke Tiere
  • Tiere, die in grossen Gemeinschaften leben
  • Verletzte Tiere
  • Tiere bei Aufenthalten in Tierheimen oder Tierausstellungen werden häufiger angesteckt

Symptome
Typisch bei Pilzerkrankungen sind runde, kahle Stellen, vor allem an den Ohrmuscheln, Nase, Lefzen, rund um die Augen oder an den Vorderpfoten, meist einhergehend mit Juckreiz.

Diagnose
Beim Ansehen in speziellem UV-Licht, durch Ansetzen von Pilzkulturen oder einer Biopsie kann der Tierarzt eine Pilzerkrankung feststellen.

Behandlung
Die Behandlung ist sehr langwierig und erfordert viel Geduld. Die infizierten Stellen werden lokal mit Tinkturen oder Salben behandelt, oft auch einhergehend mit einer medikamentösen systemischen Behandlung.

WICHTIG !!!
Da es sich bei dieser Erkrankung um eine Zoonose handelt, kann die Krankheit auf den Menschen übertragen werden (oder auch umgekehrt, vom Mensch auf das Tier).

Kontaktieren Sie unbedingt Ihren Arzt, wenn Sie bei sich eine juckende, rötende Hautentzündung feststellen und erwähnen Sie, dass Sie Haustiere besitzen.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Mittwoch, 04.03.2015

«Schmudo» lebt!

Dieser Dorfheftlibericht entstand durch ein erschreckendes, aber glücklich endendes Erlebnis in den letzten Wochen: Neben schönen Ereignissen wie Geburten, geglückten Operationen und Begegnungen mit sympathischen Patienten und deren Besitzern gehören auch weniger schöne Tätigkeiten wie das Einschläfern von Tieren zu den Aufgaben des Tierarztes.

Wenn die Besitzer das tote Tier weder kremieren noch nach Hause mitnehmen wollen, dann bringt es der Tierarzt in die regionale Tierkörpersammelstelle. So mussten wir auch am Schmutzigen Donnerstag dieses Jahres wieder Tierkörper in die Sammelstelle bei der ARA im Reinacher Moos bringen. Dort angekommen, hörte man aus dem Container ein leises Miauen und entdeckte eine lebende Katze zwischen den Kadavern. Der Kopf und das Auge waren auf der einen Seite aufgeschwollen und es blutete beim linken Ohr. Wie konnte es passieren, dass ein lebendes Tier in den Container gelangte? Auch die Aufsichtsperson hatte nichts Ungewöhnliches beobachtet. Wir vermuten, dass die Katze von einem Auto angefahren wurde und bewusstlos war. Der Finder hat sie dann sogleich zur Sammelstelle gebracht, in der Annahme das bewegungslose Tier sei tot. Zum Glück konnten wir den Kater, den wir in Anlehnung an den Fundtag «Schmudo» tauften, mit seinen Verletzungen in der Praxis behandeln und «aufpäppeln», so dass er nun wieder wohlauf ist.

Wie verhält man sich nun aber richtig, wenn man ein totes Tier auf der Strasse findet oder eine Katze in das Auto rennt? Vorbildlich ist es, wenn Sie anhalten, um sich um das Tier zu kümmern, was aber zugegeben etwas Mut braucht. Seien sie zu Recht vorsichtig, denn verletzte Tiere mit Schmerzen und im Schock können unberechenbar reagieren. Versuchen Sie die nächstliegende Tierarztpraxis telefonisch zu erreichen und bringen Sie das Tier in diese Praxis. Wenn das nicht möglich ist, und Sie auch vor Ort keine Hilfe erhalten, wird der diensthabende Tierarzt womöglich versuchen, an den Unfallort zu gelangen. Unter Umständen kann auch eine Patrouille der Polizei zu Hilfe kommen. Wenn Sie sich ganz sicher sind, dass das angefahrene Tier tot ist, dürfen Sie es auch an den Fahrbahnrand legen. Vielleicht wird es so durch die suchenden Besitzer schnell gefunden. Besser ist es aber, auch ein totes Tier zum Tierarzt zu bringen, da dort ein eventuell vorhandener Mikrochip abgelesen und der Besitzer ausfindig gemacht werden kann. Wenn kein Mikrochip implantiert wurde, wird der Tierarzt das Tier aufbewahren und, in der Hoffnung die Besitzer zu finden, eine Meldung an die Polizei, die umliegenden Tierarztpraxen, sowie auf der Internetseite der Schweizerischen Tiermeldezentrale (www.stmz.ch) machen.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Mittwoch, 04.02.2015

Mein Hund hat Durchfall!

Durchfall bei Hunden ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom einer Verdauungsstörung, deren Ursache sehr vielfältig sein kann.

Ursachen
Als akute Durchfälle bezeichnet man über ein bis zwei Tage andauernde Erkrankungen. Als chronische Durchfälle werden Erkrankungen bezeichnet, die über mindestens zwei Wochen andauern. Die Ursachen von Durchfall sind sehr vielfätig.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ernährungsumstellung
  • Bakterien, Viren oder Parasiten
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Chronische Dünndarm-Entzündungen
  • Allergien, Futter- oder Medikamenten- unverträglichkeiten
  • Vergiftungen

Diagnose
Nicht jeder Hund mit Durchfall muss dem Tierarzt vorgestellt werden. Eine tierärztliche Untersuchung sollte jedoch erfolgen, wenn

  • Durchfall über mehrere Tage hinweg oder in regelmässigen Abständen auftritt
  • das Allgemeinbefinden des Hundes gestört ist (Apathie, Fieber, Erbrechen, Schmerzen)

sowie grundsätzlich bei Welpen und älteren Hunden.

Untersuchungen
Folgende Untersuchungen können in Betracht gezogen werden: Kotuntersuchung, da häufig Parasiten zu Durchfall führen. Blutuntersuchungen, um Hinweise auf Entzündungsgeschehen, Allergien und Parasitenbefall zu erhalten. Röntgen, um z.B Fremdkörper oder ein Darmverschluss sichtbar zu machen.

Ultraschall zur Beurteilung der inneren Organe. Operation: Unter Narkose wird die Bauchhöhle des Hundes eröffnet, um alle im Bauchraum liegenden Organe zu untersuchen.

Behandlung
Bei leichtem Durchfall reicht es unter Umständen, den Hund für 24 bis 48 Stunden nicht zu füttern. Der Hund bekommt in dieser Zeit nur frisches Wasser und viel Ruhe. In den folgenden Tagen erhält der Hund Schonkost. Anhaltender Durchfall und Durchfall, der von Fieber, Erbrechen, Blutspuren, Schwäche oder Atemnot begleitet wird, muss unbedingt tierärztlich behandelt werden. Der Tierarzt kann bestimmte Ursachen ausschliessen und das Tier allenfalls medikamentös behandeln. Ist der Durchfall futtermittelbedingt, kann der Tierarzt einen Ernährungsplan mit Spezialfutter erstellen.

Vorbeugung
Entwurmen Sie Ihr Tier regelmässig! Parasiten sind häufige Ursache von Durchfällen.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Freitag, 09.01.2015

Vorsicht bissig!

Ab und zu erwischt es auch uns wieder mal. Eine Kralle am Unterarm oder auch mal einen Biss in die Hand, wenn der Schmusekater eben nicht schmusen möchte.

Häufig liegt die Schuld aber auch bei uns, wenn wir die Sache nicht genügend vorsichtig angegangen sind. Wegen fehlenden Worten tut uns die Katze ihr Unbehagen mit klarer Körpersprache kund. Zum Glück sind diese Verletzungen und Kratzer (die schlimmsten kommen übrigens von den Kaninchen) jedoch selten. Ganz im Gegenteil zu den Bissverletzungen unter Katzen.

Der häufigste Grund für die Aggressionen sind Territorialkämpfe, bei denen die Bisse mit den scharfen und spitzen Eckzähnen in die Unterarme des Gegners gehen. So ist ein grosser Teil der Lahmheiten an Vordergliedmassen bei der Katze durch Bissverletzungen bedingt. Auch der Kopf ist bei den Kämpfern Ziel der Attacken, wo hingegen bei fliehenden Katzen die Bissverletzungen am Schwanzansatz zu finden sind. Wenn Ihre Katze also mal mit hinkendem Vorderbein nach Hause kommt, suchen Sie als erstes nach einer kleinen Kruste oder Schorf am Unterarm. Falls Sie eine solche Stelle finden, wird es dort vermutlich auch schmerzen, und Sie werden vielleicht ein kleines Loch in der Haut finden, nachdem sie die Haare weggeschnitten haben. Diese Schmerzen sind nicht so schlimm und sollten nach einem Tag abklingen.

Falls durch den Zahn aber Bakterien unter die Haut eingeschleppt wurden, kann nach 2–3 Tagen ein Bissabszess entstehen. Die Bissstelle wird dann anschwellen, wieder schmerzhafter werden und die Katze kann Fieber bekommen, was Sie am verminderten Appetit und der fehlenden Aktivität («sie liegt nur rum») erkennen können. Das Fiebermessen im After erweist sich bei der Katze oft als recht schwierig, ist jedoch die einzige Möglichkeit, um die erhöhte Körpertemperatur festzustellen (die Normaltemperatur bei Katzen beträgt 38°C bis 39°C). Eine trockene Nase gibt jedoch keine Auskunft über die Körpertemperatur. Womöglich erkennen Sie den Abszess auch erst, wenn sich nach spontaner Eröffnung der stinkende Eiter im Fell ausbreitet. Bissabszesse sollten Sie behandeln lassen, oder zumindest sollten Sie telefonisch tierärztlichen Rat einholen.

Wenn Sie aber selber von einer Katze oder gar einem Hund (Hundebisse sind übrigens meldepflichtig) gebissen werden, empfiehlt sich in jedem Fall eine Konsultation bei Ihrem Hausarzt, denn diese Bissinfektionen können schwerwiegende Folgen haben, wenn auch Menschenbisse noch gefährlicher sind.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Freitag, 05.12.2014

Asthma bei der Katze

Die Atemwege von Katzen können genau wie beim Menschen erkranken und Symptome wie Atemnot, Husten und Verschleimung verursachen. Im Unterschied zu einer vorübergehenden Entzündung der Atemwege ist Katzenasthma jedoch eine chronische Erkrankung, die nie mehr ganz verschwindet.

Ursachen
Oft tritt Katzenasthma im Zusammenhang mit einer Allergie auf. Als Ursache können Hausstaubmilben und Pollen in Frage kommen. Aber auch Zigarettenrauch, Pflegemittel, Haarspray, Staub und vieles mehr können einen Asthmaanfall auslösen. Der Nachweis einer Allergie ist jedoch sehr schwer.

Symptome
Charakteristisch ist das plötzliche Einsetzen der Beschwerden. Das Zusammenziehen der Atemwege. verursacht Atemnot, Hustenanfälle und je nach Schweregrad auch Maulatmung oder Hecheln. Aufgrund von Sauerstoffmangel kann sich die Zunge violett/blau verfärben. Das Atmen wird zudem oft von einem pfeifenden Geräusch begleitet. Ein solcher Asthmaanfall bei der Katze kann wenige Minuten, aber auch Stunden andauern. In einigen Fällen leidet die Katze vor einem akuten Asthmaanfall bereits einige Zeit unter Husten. Dieser kann trocken oder mit Auswurf sein.

Diagnose
Die oben erwähnten Symptome können auch bei anderen Erkrankungen der Atemwege auftreten. (Lungenentzündung, Bronchitis, Lungentumor etc.) Es ist deshalb wichtig, das Tier von einem Tierarzt untersuchen zu lassen.

Therapie
Akut: In einer akuten Phase, bei der die Katze starke Atemnot zeigt, muss möglichst schnell eine Tierarztpraxis aufgesucht werden. Die Symptome müssen so schnell als möglich behandelt werden, da in schweren Fällen Erstickungsgefahr bestehen könnte! Die Katze wird in einem speziellen Käfig mit Sauerstoff versorgt. Die verengten, verkrampften Bronchien und die Entzündungen werden mit Medikamenten behandelt. Chronisch: Asthma bei Katzen kann auch chronisch verlaufen, lässt sich aber durch eine medikamentöse Dauertherapie gut kontrollieren, wenn auch selten heilen.

Prognose
Mit entsprechenden Massnahmen können die Symptome des Katzenasthmas gut behandelt werden. Meistens wird eine lebenslange Therapie unumgänglich sein, da es auch nicht immer möglich ist, die Ursachen vollumfänglich zu beseitigen. Durch die medikamentöse Therapie kann der Katze jedoch ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglicht werden.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Dienstag, 11.11.2014

Vermisst wird ...

Die zutrauliche getigerte Katzendame sei jetzt schon viele Tage lang auf der Wiese vor dem Büro am Mäusefangen und komme auch sehr gerne rein. Sie sei kontaktfreudig und die Finderin möchte die Katze gerne ihrem Patenkind schenken. Aber halt! So einfach geht das nicht! Die Katze gehört womöglich jemandem, der sie verzweifelt sucht.

Sollte Ihnen eine Katze zulaufen, dann füttern Sie diese vorerst nicht. So wird sie vermutlich wieder den Weg nach Hause suchen. Sollte die Katze krank aussehen, oder sich dennoch tagelang vor Ihrem Domizil aufhalten, so können Sie einen Termin in der Tierarztpraxis vereinbaren, um nach einem eingepflanzten Mikrochip zu suchen, mit welchem die Identität und Besitzer der Katze in Erfahrung gebracht werden können. Dieser Mikrochip wird den Tieren (bei Hunden ist diese Art der Identifikation schon seit Jahren Pflicht) an der linken Halsseite mit Hilfe einer Hohlnadel unter die Haut verpflanzt und kann, im Gegensatz zu einem Halsband, nicht verloren gehen. Mit der 15-stelligen Chip-Nummer wird das Tier und dessen Besitzer dann in der nationalen Datenbank ANIS (Animal Identity Service) erfasst. Sollte die Katze keinen Chip tragen, so hat eine Tierarztpraxis in der Umgebung vielleicht bereits telefonisch eine Vermisstenanzeige erhalten und kann den Besitzer vermitteln. Ansonsten sollten Sie auf der Internetseite der Schweizerischen Tiermeldezentrale (www.stmz.ch) die Angaben des gefundenen Tieres kostenlos registrieren lassen. Die Daten werden dann mit den Vermisstenanzeigen abgeglichen und womöglich ist der Besitzer schon gefunden. Die Registrierung bei STMZ können Sie auch telefonisch vornehmen.

Die STMZ registriert jedes Jahr über 15 000 Vermissten- und Fundmeldungen. Wenn sich innerhalb 2 Monaten kein Besitzer meldet, dürfen Sie die Katze adoptieren. Wir empfehlen den Haltern von freilaufenden Katzen die Implantation eines Mikrochips. Jeweils im November führt die Datenbank ANIS einen Aktionsmonat durch, an welchem sich auch die meisten Tierarztpraxen beteiligen und das Chippen und Registrieren von Katzen vergünstigt anbieten. Bereits gibt es auch Katzentüren, welche auf die Chipnummer ihrer Katzen programmiert werden können, und somit fremde Katzen nicht reinlassen.

Die zutrauliche Katzendame hiess Daisy. Dies fanden wir dank dem in Deutschland (das verraten die ersten 3 Ziffern) implantierten Mikrochip heraus. Die Schweizer Datenbank ANIS informierte uns, dass die Katze in Deutschland als vermisst gemeldet sei. Über Umwege (der Besitzer war inzwischen umgezogen) und mit Hilfe der Nachbarn konnten wir den Besitzer informieren. Dieser war doch sehr überrascht, weil er die Katze bereits 4 Jahre lang vermisste. Dank des Mikrochips konnten wir das lang getrennte Paar wieder vereinigen.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Mittwoch, 01.10.2014

Maulerkrankungen bei der Katze

Entzündungen der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches sind ein weit verbreitetes Problem bei erwachsenen Katzen.

Eine Zahnfleischentzündung erkennt man an der starken dunkelroten Verfärbung, leicht auslösbaren Blutungen und bisweilen eitrigen Geschwüren an der Schleimhaut. Diese Erkrankungen sind leicht zu diagnostizieren, aber deren Ursachen können sehr vielfältige sein. In Frage kommen unter anderem:

  • Infektionen
    Verursacht durch Bakterien, Viren oder Pilze
  • Stoffwechselerkrankungen
    Zum Beispiel Diabetes (Zuckerkrankheit) oder Nierenerkrankungen
  • Immunbedingte Erkrankungen
    Dazu gehören unter anderem Katzen-Aids, Leukose oder FIP mit einhergehenden Bauchfellentzündungen

Behandlung
Nach Ausschliessen aller oben genannten Erkrankungen mittels Blutuntersuchungen und verschiedenen Tests muss mit der Zahnsanierung begonnen werden. Eine Behandlung ist langwierig und erfordert neben einer medikamentösen Therapie auch das Entfernen des Zahnsteins sowie der lockeren und erkrankten Zähne. Oft muss muss das Tier zusätzlich mit immunmodulierenden Medikamenten behandelt werden. Diese Therapie kann unter Umständen lebenslang dauern.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
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Dienstag, 09.09.2014

Herbstgrasmilben – Es juckt an den Pfoten!

Die Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis) kommen, wie der Name sagt, in erster Linie im Herbst vor (ca. Juli bis Oktober). Sie leben in Gärten oder auf Wiesen. Von veterinärmedizinischem Interesse sind eigentlich nur die Larvenstadien der Milben.

Die erwachsene Milbe legt ihre Eier auf Grashalmen oder Moosflächen ab. Daraus schlüpfen die Larven, welche dann Grashalme in 5 bis 20 cm Höhe erklimmen und dort auf einen potentiellen Wirt warten. Befallen werden Vögel und Säugetiere, v.a. kleine Nagetiere, aber auch Hunde, Katzen und Menschen können betroffen sein. Bei Hunden und Katzen werden besonders die Pfoten befallen, wenn die Gräser beim Rennen oder Laufen durch die Zehenspalten gezogen werden. Die Larven bohren bzw. schneiden sich mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut und ernähren sich von Zellsäften und Lymphe, seltener nehmen sie nach Verletzung eines kleinen Blutgefässes auch Blut auf. Nach dem Saugen, das einige Stunden dauert, lassen sie sich abfallen und entwickeln sich über drei Nymphenstadien zu adulten Milben.

Bei den Haustieren beobachtet man Juckreiz, v.a. an Pfoten, Bauch- und Afterregion, aber auch an den Ohren oder Augen (durch das Putzen verschleppt). Die Larven selbst sind nur ca. 1/2 mm gross und von blossem Auge nur ganz knapp auf der Haut erkennbar (rot-orange Punkte, die sich oft auch bewegen). Häufig bilden sich kleine Krusten oben in den Zwischenzehenhäuten. Beim Menschen tritt der Juckreiz v.a. in Hautfalten und unter eng anliegender Kleidung (Unterwäsche) auf. Es entstehen Nester von mückenstichähnlichen Bibeli. Ob in Ihrem Garten/Rasen ebenfalls Herbstgrasmilben vorkommen, können Sie mit einem weissen Blatt Papier überprüfen. Legen Sie dieses an einem sonnigen Tag aufs Gras. Die Larven werden angelockt und können am Abend auf dem Blatt als rot-orange Punkte erkannt werden.

Die Behandlung ist nicht ganz einfach. Um die Milben resp. Larven abzutöten, kann bei den Haustieren ein Antiparasitenspray (Wirkstoff: Fipronil) angewandt werden, das alle 1 bis 2 Wochen bis zum Ende der Risikosaison an den betroffenen Hautregionen eingerieben wird (Achtung bei Körperöffnungen, v.a. Augen!). Bei jährlich wiederkehrendem Befall kann der Spray auch prophylaktisch angewandt werden. Zusätzlich sollte der Rasen durch regelmässiges Mähen kurz gehalten werden (am besten durch Mähroboter). Der Juckreiz wird wenn nötig symptomatisch behandelt.

Bei Menschen können die juckenden Stellen mit einer Salbe eingerieben werden, die auch bei Mückenstichen angewandt werden. In der Regel klingen die Symptome nach ca. 2 Wochen spontan ab (ausser bei neuerlichen Ansteckungen).


Dr. med. vet. Raphael Küng, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Freitag, 08.08.2014

Hitzschlag und Hitzestau

Unsere Haustiere vertragen die Hitze schlecht, da ihre Möglichkeit zu schwitzen sehr gering ist. Sie schwitzen nur an den Pfoten, die Wärmeregulierung geschieht vor allem durch Hecheln.

Warnzeichen
Wenn an heissen Tagen der Hund also plötzlich anfängt zu hecheln, seine Bewegungen gestört sind, wenn er sich heiss anfühlt oder gar bewusstlos wird, ist schnelles Handeln angesagt! Der Hund könnte einen Hitzeschlag oder einen Hitzestau erlitten haben. Die Temperatur des Hundes kann auf 42 °C ansteigen und als Folge davon können Organschäden auftreten.

Erste Massnahme
Der Hund muss unverzüglich gekühlt werden! Am besten ist es, das Tier mit Wasser zu bespritzen, und zwar beginnen Sie in folgender Reihenfolge: Beine ➜ Bauch ➜ Rücken ➜ Kopf. Wenn der Hund es nicht zulässt, kühlen Sie ihn mit nassen Tüchern, aber wickeln Sie ihn niemals darin ein. Kühlen Sie das Auto ab, bevor Sie den Hund zum Tierarzt bringen.

Verhaltensregeln an heissen Sommertagen
Gehen Sie mit dem Hund am besten in den frühen Morgenstunden und am Abend spazieren. In den heissen Stunden über Mittag sollten Sie nur kurze Spaziergänge – am besten im Schatten oder im Wald – unternehmen. Achten Sie darauf, dass der Hund genügend trinkt. Bei Wanderungen gehören Wasserflasche und Trinknapf in den Rucksack, ebenso ins Auto.

Vorsicht! Überhitzungsgefahr im geparkten Auto

Im Sommer steigt die Temperatur in einem geparkten Auto an der Sonne innert kürzester Zeit massiv an. Sie kann innert weniger Minuten bis auf 80 °C steigen. Lassen Sie Ihren Hund deshalb nie im Auto zurück! Es kann für den Vierbeiner lebensgefährlich werden.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Donnerstag, 26.06.2014

Reisen mit Tieren

Die ganze Familie freute sich! In den Händen hielt sie den neuen Heimtierpass ihres kleinen Hundes. In offiziellem Rot mit Schweizerkreuz, optisch sehr amtlich mit Passnummer und allen nötigen Angaben wie der Chip-Nummer und der eben eingetragenen – für die Ein-/Ausreise benötigten – Tollwut Impfung. Nur das Foto fehlte noch. Die Familie war sichtlich stolz, dass nun ihr kleiner Hund als Erster der Familie den roten Pass erhalten und quasi von einer erleichterten Einbürgerung profitiert hatte.

Wer mit Hund oder Katze ins Ausland verreisen will, muss sich zuvor gut über die betreffenden Vorschriften informieren. So muss das Tier mindestens 3 Wochen vor Grenzübertritt gegen Tollwut geimpft worden sein (diese Impfung ist dann 3 Jahre gültig), mit einem Microchip gekennzeichnet und in der Datenbank ANIS registriert sein, sowie über den erwähnten Heimtierpass verfügen. Die Blutuntersuchung (Tollwut-Titerbestimmung) und Wartefristen für die Einreise nach Skandinavien oder Grossbritannien werden seit Anfang 2012 nicht mehr benötigt, was Reisen mit Tieren in diese Länder nun doch sehr erleichtert. Für Reisen in Länder mit urbaner Tollwut (eine Liste dieser Länder finden Sie unter untenstehenden Links) bzw. die Wiedereinreise in die Schweiz werden aber weiterhin die Tollwut-Titerbestimmungen benötigt.

Ansonsten empfiehlt es sich, die Tiere auf den Reisen (vor allem ins Mittelmeergebiet) gegen Parasiten wie Zecken und Sandmücken, welche gefährliche Krankheiten übertragen können, zu schützen und sie ausreichend zu entwurmen. Einige wenige Länder schreiben sogar eine tierärztlich bescheinigte Entwurmung in einem bestimmten Zeitraum vor der Einreise vor. Andere wiederum machen das Mitführen von Maulkorb und Leine zur Pflicht. Einige Länder kennen auch Einreiseverbote für gefährliche Hunderassen. Weitere Informationen zum Reisen mit Hund und Katze erhalten sie auch auf folgenden Websites: www.blv.admin.ch oder de.merial.com. Wenn sie das erste Mal mit ihrem Tier verreisen, lohnt sich ein Tierarztbesuch. So werden sie mit den nötigen Informationen versorgt, und es können die nötigen Vorkehrungen für die Ferienreise getroffen werden, damit Sie unbeschwert Ihre Ferien geniessen können.

Übrigens haben Hundebesitzer auch schon aus Versehen am Zoll statt des eigenen, den Pass des Hundes vorgewiesen. Ich weiss jedoch nicht, ob dieser Fauxpas den Zollbeamten überhaupt aufgefallen ist.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
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Mittwoch, 11.06.2014

Allergien beim Haustier

Ähnlich wie bei uns Menschen nehmen auch bei unseren Haustieren Allergien insgesamt immer mehr zu. Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose, normalerweise nicht krankmachende Stoffe.

Die Ursachen von Allergien sind vielfältig und nicht restlos geklärt, so spielen genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und Konstitution eine Rolle. Je nachdem welche Organe betroffen sind, können verschiedene Symptome auftreten, wie beispielsweise:

  • Haut: Juckreiz
  • Atemwege: Atembeschwerden, Nasenausfluss
  • Futtermittel: Verdauungsprobleme
  • Augen: Augenentzündung, Juckreiz, Bindehautentzündung
  • Ohren: Auch häufige Ohrentzündungen ohne äusserlich erkennbaren Grund

Allergienotfall
Eine schnell auftretende Allergie muss je nach betroffenem Organ notfallmässig behandelt werden. Dies kann zum Beispiel bei einem Insektenstich der Fall sein. Ein Stich im Maul kann eine Schwellung des Rachens verursachen, welche beim Tier Atemnot herbeiführt. Oder das Tier kann nach Kontakt mit einem Allergen in einen lebensgefährlichen Schockzustand geraten. In einem solchen Fall muss das Tier unverzüglich behandelt werden.

Langsam auftretende Allergie
Bei andauernden Beschwerden wie z.B. Juckreiz, Hautproblemen oder Verdauungsbeschwerden sollte ihr Tier von einem Tierarzt untersucht werden. Ist eine Unverträglichkeit oder Allergie diagnostiziert, ist es wichtig, das Tier zu behandeln und die krankmachenden Allergene wenn immer möglich auszuschalten. Häufige Formen von Allergien, die durch unterschiedliche Auslöser, so genannte Allergene, hervorgerufen werden:

  1. Dermatitis
    Die Dermatitis stellt eine häufige Form der Allergie dar, bei der die Tiere mit Juckreiz der Haut auf Allergene wie Hausstaub- und Futtermittelmilben, Schimmelpilze oder Pollen von Bäumen und Gräsern reagieren.
  2. Futtermittelallergie/Futtermittelunverträglichkeit
    Auch die so genannten Futtermittelallergien kommen bei Hund und Katze relativ häufig vor; sie verursachen ebenfalls Juckreiz der Haut, können aber auch Verdauungsstörungen wie Erbrechen, Blähungen oder Durchfälle hervorrufen.
  3. Flohbiss-Allergie
    Eine Sonderform stellt die Flohbiss-Allergie dar, bei der der Hund allergisch auf den Speichel der Flöhe reagiert. Dies führt dazu, dass schon ein einzelner Flohbiss hochgradigen Juckreiz verursachen kann!

Behandlungsstrategien:
Ist bekannt, auf welche Stoffe das Tier allergisch reagiert, besteht der wichtigste Behandlungsansatz in der Vermeidung dieser Allergene (Wechsel auf ein allergenfreies Futter, Flohprophylaxe etc.). Für Fälle, in denen sich der Kontakt mit dem Allergen nur sehr schlecht vermeiden lässt, ist es unumgänglich, das Tier behandeln zu lassen. Wir können das Tier schulmedizinisch (Desensibilisierung oder antigen-spezifische Immuntherapie etc.) oder komplementärmedizinisch (Bioresonanz, Homöopathie, Akkupunktur etc.) behandeln lassen.

ACHTUNG!
Eine Allergie ist nicht heilbar! Die Veranlagung, auf bestimmte Dinge allergisch zu reagieren, ist angeboren und bleibt lebenslang bestehen! Ziel der Behandlung ist es daher, die Beschwerden so gut wie möglich in den Griff zu bekommen.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Montag, 05.05.2014

Leptospirose – Die Gefahr lauert in Tümpeln

«Ui Bella, du siehst heute aber nicht so gut aus!» Irritiert beobachtete ich Bella, wie sie mit eingezogenem Schwanz und traurigen Augen ins Sprechzimmer schleicht und sich gleich hinlegt.

Eigentlich erwartete ich einen kleinen Wirbelwind, der um Guteli bettelt und gestreichelt werden will. «Sie hat heute bereits viermal erbrochen und ist ganz apathisch», meint ihre Besitzerin. Bella kriegte eine Infusion und die Blutwerte wurden überprüft. Beim Abtasten und im Röntgen wurde kein Darmverschluss infolge verschluckten Fremdkörpers festgestellt, was bei jungen Labradoren besonders gefürchtet ist. Beim Blutuntersuch wurden erhöhte Nierenwerte festgestellt. «Wie kann mein junger Hund bereits ein Nierenproblem haben?» Die häufigste Ursache für akut erhöhte Nierenwerte beim Hund in der warmen Jahreszeit ist die Leptospirose. Die Hunde trinken aus Tümpeln, deren Wasser durch Nagetiere mit Bakterien verunreinigt wurde. Natürlich können sich die Hunde auch beim Mäusefangen anstecken. Für Katzen besteht zum Glück keine Ansteckungsgefahr.

Nach der Ansteckung zeigt der Hund nach ca. 3 bis 8 Tagen erste Krankheitssymptome, v.a. Erbrechen, schlechter oder fehlender Appetit und Apathie. Aber auch Fieber und Durchfall können entstehen, seltener infolge Lungenblutungen sogar Atemprobleme.

Die Leptospirose ist auch eine sogenannte Zoonose, kann also auch den Menschen befallen. Dieses zoonotische Potenzial ist eher gering, aber bei der Behandlung sollte man sich mit Handschuhen schützen.

«Aber ich dachte, Bella sei gegen Leptospirose geimpft?!?» Zurecht war die Besitzerin von Bella nach der Diagnosebestätigung irritiert. Das Problem ist, dass es verschiedene Leptospirenarten, sogenannte Stämme, gibt. In der Schweiz sind ca. 10 Stämme relevant. Die damalige Imfung schützte nur gegen zwei Arten. Seit letztem Sommer gibt es einen neuen Impfstoff, der immerhin schon 6 Arten abdeckt, darunter neu auch die zwei gefährlichsten Stämme, gegen die früher nicht geschützt werden konnten. Eine Ansteckung ist also trotz Impfung möglich, mit der neuen Impfung wird der Hund aber deutlich besser geschützt (siehe auch Information unter «Aktuelles» auf unserer Homepage www.kleintierpraxiskueng.ch).

Bella wurde an eine Klinik überwiesen, wo eine 24-Std.-Überwachung gewährleistet wird. Ihr Zustand war derart schlecht, dass sie später sogar noch zur Dialyse (Blutreinigung) ins Tierspital Bern musste. Nur dank der aufwändigen Therapie hat sie überlebt und ist unterdessen wieder der Wirbelwind, den wir von früher kannten!


Dr. med. vet. Raphael Küng, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

Donnerstag, 27.03.2014

Die Zeckensaison hat begonnen!

Zecken sind blutsaugende Parasiten, die Mensch und Tier befallen können. Der eigentliche Zeckenstich ist verhältnismässig harmlos und kann zu Rötung, Juckreiz und Schwellung führen. Gefährlich sind die Erkrankungen, die von infizierten (!) Zecken übertragen werden. Dazu gehören u.a.: Zecken-Hirnhautentzündung (FSME), Borreliose, Babesiose, Ehrlichiose und Anaplasmose.

In Europa gibt es vor allem drei Zeckenarten:

  • Der gemeine Holzbock: lebt als Freilandzecke in Wäldern, Parks, hohen Wiesen und Wegrändern und kann sowohl Kleintiere wie auch Menschen befallen
  • Die braune Hundezecke: befällt bevorzugt den Hund
  • Die Auwaldzecke: befällt vor allem grosse Haus- und Wildsäugetiere, aber auch Hunde

Die Zecke
Zecken sind Spinnentiere und leben in Bodennähe. Sie «lauern» im Unterholz, auf Gräsern, Büschen und Sträuchern bis zu einer Höhe von 1.5 m. Zecken können mehrere Jahre alt werden, sind aber nur bei Temperaturen über 7 °C aktiv, also vom Frühlingsanfang (März) bis Ende Herbst (Oktober).

Entwicklungsstadien
Eine Zecke macht vier Entwicklungsstadien durch, ehe sie «erwachsen» ist: Ei – Larve – Nymphe – Erwachsene Zecke. Um sich vom Larvenstadium in die nächsten Stadien weiterzuentwickeln, benötigt die Zecke immer jeweils eine Blutmahlzeit von ihren Wirten. Die Entwicklungszeit vom Ei zur erwachsenen Zecke ist jedoch abhängig von der Zeckenart und kann zwischen einigen Monaten bis zu mehreren Jahren dauern. Zecken besitzen einen Rüssel, mit dem sie sich in die Haut bohren. Mit Hilfe vieler kleiner Zähne, die als Widerhäkchen dienen, halten sie sich in der Haut fest und lassen sich daher nur schwer wieder herausziehen. Beim Stich sondern sie eine betäubende Substanz ab, so dass dieser häufig nicht bemerkt wird.

Schutz vor Zecken
Gegen die FSME bietet die Impfung für den Menschen den wirksamsten und sichersten Schutz. Aber wegen der Gefahr der Borreliose, gegen die es für den Menschen keine Impfung gibt, müssen sich alle vor einem Zeckenbefall schützen und beim Aufenthalt im Unterholz und Gras gewisse Schutzmassnahmen treffen:

  • geschlossene und deckende Kleidung, v.a. lange Hosen und geschlossene Schuhe tragen
  • Auftragen von insektenabweisenden Mitteln (verleihen einen vorübergehenden Schutz) Meiden von hohem Gras, Gebüsch und Unterholz (insbesondere feuchte Stellen)
  • nach jedem Aufenthalt in der Natur den Körper nach Zecken absuchen
  • Haustiere mit entsprechenden Mitteln behandeln

Was tun bei Zeckenbefall?
Die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange möglichst nahe der Bissstelle fassen und sie langsam nach oben herausziehen. Vorsicht: nicht den Hinterleib der Zecke quetschen und kein Öl o.ä. verwenden, denn dadurch können besonders viele Erreger in die Blutbahn gelangen!

Vorsorge, Prophylaxe
Vorbeugen ist besser als Heilen! Schützen Sie sich und Ihr Tier! Behandeln Sie Ihr Tier regelmässig mit einem geeigneten Mittel gegen Zeckenbefall und lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten.


Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

Donnerstag, 27.02.2014

Der Tierarztbesuch mit Katzen

Schnurrend legt sich der heimatlose beige Kater sogleich flach auf den Behandlungstisch, um ausgiebig gestreichelt zu werden. Er zeigt uns, wo er überall noch gekrault werden möchte. Am liebsten hat er es am Kopf. Das geschah vor 10 Jahren und war ein untrügliches Zeichen, dass dieser Katzenjüngling keinen Groll gegen Tierärzte hegt, und daher von uns gleich adoptiert wurde.

Doch so stressfrei wie bei ihm ist der Katzentransport und Tierarztbesuch leider nicht immer, wie viele Kunden wohl aus eigener Erfahrung wissen werden. Um den Stress für alle Beteiligten zu minimieren, können folgende Ratschläge hilfreich sein:

Als Transportkiste eignen sich am besten Gitterkäfige mit ausziehbarer Schublade. Zum Transport kann die Transportkiste mit einem Tuch abgedeckt werden, damit sich die Katzen wohl und geborgen fühlen. Futter in der Transportkiste wird kaum angerührt und macht wenig Sinn. Da können ein angenehm riechendes Spielzeug oder Pheromon-Sprays, die auch beim Tierarzt erhältlich sind, schon eher nützlich sein. Ebenso empfiehlt es sich, zu Hause die Transportkiste früh genug zur Erkundung bereitzustellen und die Katze damit vertraut zu machen. Eine Krankenunterlage, welche sie gerne in der Tierarztpraxis verlangen dürfen, hilft unerwünschte stressbedingte Ausscheidungen auf dem Transport aufzusaugen und erleichtern auch das Reinigen (was wegen der Fluchtgefahr aber mit Vorteil erst im Behandlungsraum geschehen soll).

In der Praxis kann die Katze dann ihre neue Umgebung aus dem Käfig heraus mit Augen, Nase und Ohren erkunden, bevor wir sie behutsam auf der Schublade aus dem Käfig ziehen. Beim Tierarzt werden Wartezeiten durch geschickte Terminplanung vermieden, oder zumindest wird versucht sie möglichst kurz zu halten. Durch pünktliches Erscheinen können Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt dabei unterstützen. Die meisten Katzen sind dann bei der Untersuchung und Behandlung recht pflegeleicht, nicht zuletzt deswegen, weil sie doch Angst haben.

Ist der ganze Spuk dann vorbei, verziehen sie sich schnell und gerne wieder in ihre Transportkiste (schneller als zu Hause). Während der Autofahrt kann Musik aus dem Autoradio den Katzenjammer etwas mildern. Letztlich sind neben den individuellen Charaktereigenschaften der Katzen auch die gemachten Erfahrungen beim Transport und der Behandlung dafür verantwortlich, wie belastend die Tierarztbesuche für Tier und Besitzer in Zukunft sein werden. Daher lohnt es sich auch, dafür etwas Aufwand zu betreiben.

Janosch, der eingangs erwähnte Kater, hat es jedenfalls wiederum sehr genossen, als er als Übungs- und Demonstrationsobjekt beim Ferienspass von den 10 Kindern um den Behandlungstisch gekrault und gestreichelt wurde.


Dr. med. vet Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

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