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Dienstag, 07.02.2017

En rüüdigi Hundsverlochete

Rüüdig

Zum Glück verstehen wir das im angrenzenden Aargau auch, denn eigentlich kann das fast nur ein Luzerner oder eine Luzernerin sagen: rüüdig. Der Begriff ist auch schwierig zu erklären, man kann das Wort rüüdig eigentlich nicht übersetzen. Es bedeutet, dass etwas mehr ist als nur das Normale: besser, schöner, grösser. En rüüdigi Fasnacht könnte als eine geile oder Mega-Fasnacht übersetzt werden. Es het rüüdig vill Lüüt g’ha würde bedeuten, es waren mehr Menschen als üblich anwesend. Tja, gar nicht so einfach, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Ursprung von rüüdig auf räudig, von Krätzmilben befallen, zurückgeht, man also damit eine Hautkrankheit meinte. Nun, vielleicht passt das ja zur Fasnacht. Nach ein paar durchgefeierten Nächten fühlt man sich eventuell wie von der Krätzmilbe befallen, oder wie man dem Kopfweh in diesem Moment dann auch immer sagen möchte.

Huere guet

In der deutschen Grammatik werden die Adjektive gesteigert: gut, besser, am besten. Im Schweizerdeutschen braucht man eher ein Verstärkungswort, um zu erklären, dass etwas besser als nur gut ist. Huere guet, wenn das Essen wirklich gut war, und uhuere guet, wenns noch besser war. Genauso funktioniert dies mit anderen Wörtern, zum Beispiel huere warm oder ich ha huere lang müesse warte. Ja, und tatsächlich ist die Hure, en Huer, der Hintergrund. Huer geht auf einen indoeuropäischen Ursprung zurück und bedeutet so viel wie gernhaben, begehren. So gesehen ist das doch es uhuere schöns Wort und rückt eigentlich das heutzutags übliche Verständnis, was eine Hure ist, in ein ganz anderes Licht.

Cheibe schön

Noch ein Verstärkungswort, und wer denkt bei der Verwendung schon daran, dass Cheib eine alte Bezeichnung für Leichnam, Aas und Kadaver ist? Verendete ein Tier durch eine Krankheit, sprach man von einem Cheib. Auf den Menschen bezogen, war mit einem Cheib ein Verbrecher gemeint, der an den Galgen gehörte, dementsprechend auch zum Leichnam wurde. So ist das also es cheibe Züügs mit diesem Wort, und manchmal scheint es vernünftig, wenn man nicht immer alles weiss.

En Hundsverlochete

Nein, damit ist nicht gemeint, dass man sich an der Hundsverlochete trifft und gemeinsam einen Hund beerdigt. Damit meint man einen bedeutungslosen, ganz alltäglichen Anlass, nichts Besonderes, ein banales Fest, eine wertlose Veranstaltung, und es ist zum Glück jedem selbst überlassen, welchen Anlass er als Hundsverlochete bezeichnen mag. Ursprünglich kommt der Ausdruck von verlochen, etwas in einem Loch verscharren. Es ist also ein Ereignis gemeint, das so unwichtig ist wie die Beerdigung eines Hundes.

Guet, wenn en Hund früecher verräblet isch, het mer ne eifach verlochet. Hüt het en Hund aber definitiv en andere Schtellewärt i öisem Läbe und so wird’s ebe ou kei Hundsverlochete meh geh, oder öppe doch? Und anderschters ume g’seh, wäri denn en Metzgete ned eifach en Söiliverlochete?
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