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Montag, 06.03.2017

Ön pöö us’em Wälsche

Ja, die Romandie, unser Welschland, wenn da nur nicht die Sprache wäre, wälsch ebe, und doch haben wir in unserem ganz normalen Sprachgebrauch nicht wenige Wörter mit französischem Ursprung. Übrigens, der Ausdruck Welsch hat im Deutschen auch die Bedeutung: fremde, unverständliche Sprache – und irgendwie erklärt das einiges.

charisiere

Wenn der holde Herr seiner geliebten Dame schöntut und er ihr den Hof macht, wenn er um das Mädchen wirbt und es sogar des Abends besucht, dann ist er am charisiere, abgeleitet vom französischen caresser: entzückt, verliebt sein.

flattiere

Streicht die Katze mit erhobenem Schwanz um die Beine, so flattiert sie ihrem Besitzer. Schmeicheln und mit schönen Worten seine Angebetete umgarnen, oft auch mit heuchlerischem Hintergrund, das ist flattiere, aus dem französischem flatter, streicheln.

plagiere

Angeben, übertreiben. Gerade am Stammtisch wird ja öfters mal etwas angegeben, übertrieben und plagiert. Übertreibt einer aber ständig, so wird er zum Plagööri, und bald einmal wird man ihm nichts mehr glauben. Nicht ganz so hart ist der Ursprung: blaguer meint scherzen, einen Witz machen.

diffissiil

Jetzt wird es wortwörtlich kompliziert. Wie soll man ein solch schwieriges Wort beschreiben? Spass beiseite, wenn ein Vorhaben viel Fingerspitzengefühl erfordert und nicht ganz einfach zu lösen ist, so ist es diffissiil. Heikel wäre die andere Bedeutung: Es isch es Diffissiils bem Ässe, heikel oder g’schnädderfräsig, wenn man sich dem Essen gegenüber kompliziert verhält. Difficile bedeutet ganz einfach schwierig.

Laarifaari

Das Laisser-faire, das Seinlassen ist der Ursprung. Wenn einer den Laarifaari hat, so lässt er alles liegen, er ist nachlässig, faul und zu nichts zu gebrauchen. Laarifaari, der freundlich nette Ausdruck für einen Faulpelz.

Fisimatänte

Mach mer keini Fisimatänte ist die Aufforderung, keinen Blödsinn zu machen. Auch der Versuch mit Ausreden und Ausflüchten, um einer Arbeit oder einem unangenehmen Gespräch aus dem Weg zu gehen, ist damit gemeint. Spannend ist die Herkunft: je visite ma tante, ich besuche meine Tante, was im Französischen nichts anderes als eine Ausrede meint – tja, arme Tante.

Servela

Bei uns schreibt man Cervelat, im Welschen Cervelas, der Name selbst ist abgeleitet aus dem lateinischen cerebellum, der Verkleinerungsform von cerebrum, dem Gehirn. Ursprünglich handelte es sich um eine grosse saucisse courte remplie de chair et de cervelle de porc, eine dicke, kurze Wurst, gefüllt mit Fleisch und Schweinehirn. Zum Glück ist das heute nicht mehr so, es werden keine Innereien mehr verarbeitet.

Wenn mer imene Hund flattiert, ne schtreichlet und öppe es Gutzeli git, de wottmer sech bi’nem iischmeichle. Bimeind, isch ächt das s’Gliiche wenn mer i sinere Härzallerliebschte öppe es Pralinee git? Hmmmm, so Wort wie «sitz», «platz» und «gib Laut» chömme eifach en anderi Bedüütig über – komisch, komisch ...
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