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Freitag, 22.09.2017

... es herbschtelet

Herbscht
Der Begriff Herbst hat seinen Ursprung in der Zeit der Ernte und wird mit dem indogermanischen Wort «sker», das für schneiden steht, erklärt. In allen Überlieferungen wird der Herbst als die Zeit der Früchte, die Zeit des Pflückens, einfach als die Erntezeit beschrieben. Ein wenig um die Ecke gedacht, wenn es «herbschtelet», schneidet man überall im Garten, die Büsche werden zurückgeschnitten, das Gemüse im Garten wird abgeschnitten und der Rasen vor dem Winter noch einmal kurzgeschnitten. Der Herbst, die Zeit des Schneidens eben.

Autwiibersummer
Diese herrlichen Herbsttage im Oktober bis Anfang November, wenn die Sonne ihr goldenes Licht auf die buntgefärbten Laubwälder scheinen lässt, dann hört man öfters den Ausdruck: Altweibersommer, hier bei uns «Autwiibersummer» ausgesprochen. Es gibt zwar verschiedene Interpretationen dazu, vom alten und zahnlos gewordenem Sommer, bis hin zu den fliegenden Gespinstfäden, welche an die Haare alter Frauen erinnern. Für mich hat der schöne Ausdruck nichts mit alten Weibern zu tun, denn «weiben» ist ein altdeutscher Ausdruck für das Weben und die Spinnweben, diese feinen Häärchen die beim spinnen und weben durch die Luft schweben und überall hängen bleiben. Diese vermitteln schon eher das richtige Bild vom «Aut-
wiibersummer». Wenn an einem schönen Herbsttag ein laues Lüftchen weht und viele kleine und junge Spinnen an ihren Spinnfäden durch die Luft fliegen und kaum gelandet «zännt’ume» neue Netzte spinnen. In der Morgensonne glitzern die Tau benetzten Spinnweben um die Wette und das ist ganz typisch im alten (späten) Sommer, im «Autwiibersummer».

Wermisell
In Milch gekochte und pürierte Maroni (Esskastanien), vermischt mit Butter, Zucker und etwas Kirsch, die ganze Masse wird durch die Vermicellespresse gedrückt und dadurch enstehen die ca. 15 cm langen Vermicelleswürmer, dazu Meringues und etwas Schlagrahm und fertig ist das so typische Herbstdessert, wer liebt es nicht? «Vermicelli», das italienische Würmchen, ist der Namensgeber, «Würmlisell ebe». Da gefällt mir die italienische Variante doch viel besser.

Der Näbu
Das lateinische «nebula», was soviel wie Dunst, Nebel, Wolke bedeutet ist der etwas unspäktakuläre Ursprung des Wortes. Viel interessanter ist aber, was denn eigentlich Nebel ist: Erst bei einer Sichtweite von weniger als einem Kilometer wird von Nebel gesprochen. Sichtweiten von einem bis etwa vier Kilometern gelten als Dunst. Bei einer Sichtweite von 500 bis 1000 Metern spricht man von einem leichten, bei 200 bis 500 Metern von einem mässigen und bei unter 200 Metern von einem starken Nebel. Von Laien wird dabei meistens nur eine Sichtweite von unter 300 Metern auch als Nebel wahrgenommen.

Herbscht, die wunderschöni Ziit, wenn’mer i d’Schwümm goht und mer cha ändlech wider wiud go Ässe, nei, go Wiud ässe natürlech.

De Suuser, das isch abg’leitet vom säuseln, liislig ruusche, zart raschle, wells e so tönt wenn’mer am Suuser loset und wenn’mer z’vill vo dem liislige Ruusche trinkt, de isch’mer angesäuselt, de raschlet mer ganz zart …
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