Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Cornélia de Preux (l.) und Barbara Traber.

Die Liebesgeschichte zweier Sprachen

Text und Bild: Graziella Jämsä

Wie liesse es sich in einer Stadt leben, in der Lesen und Atmen von gleicher Wichtigkeit wären? Was stünde in einem Brief an Ferdinand Hodler, 100 Jahre nachdem der Künstler diese Welt verlassen hat?

Gut zwanzig Gäste hatte die Neugier auf Antworten zum Anlass des Seetaler Poesiesommers ins Antiquariat Eichenberger nach Beinwil am See gelockt. Ein leises Feuerwerk in deutscher und französischer Sprache erwartete sie. Cornélia de Preux, geboren in Wien, aufgewachsen im Wallis und in Genf akademisch ausgebildet, spielt in «La fin des haricots» mit Wortklängen. Jenseits einer reinen Übersetzung wird ihre Sprache zur Musik, welche viele der Zuhörer im Antiquariat strahlend lächeln machte. Mit ebensolcher Begeisterung schilderte Barbara Traber ihre erste Begegnung mit Daniel de Roulets «Quand vos nuits se morcellent». Dieses Buch, ein Brief des Autors an Ferdinand Hodler, hatte sie auf einer Buchmesse entdeckt. «Ich habe es auf dem Heimweg im Zug gelesen und mich in das Werk verliebt.» Ihrer Übersetzung «Wenn die Nacht in Stücke fällt» war diese Leidenschaft Wort für Wort anzuhören. Der Nachmittag im Antiquariat wurde zur Liebesgeschichte zweier Sprachen.

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