Drucktermin: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Ist wieder in seinem Element: Peter Eichenberger als Luigi, Freund von Graf und Gutsbesitzer Erminio.

Vorhang auf für die Operette und Peter Eichenberger

Text: Thomas Moor
Bild: Andy Bolliger

Früh übt sich, was einmal ein (Laien-)Operettenschauspieler werden möchte. So wie zum Beispiel der Urböjuer Peter Eichenberger, der in der 111. Produktion der Theatergesellschaft Beinwil am See in der Operette Gasparone in der Rolle als ehemaliger Boxer Luigi auf der Bühne steht.

Wenn der erste Vorhang fällt, fallen bei Peter Eichenberger auch die ersten Anspannungen und die Nervosität. Natürlich nicht nur bei ihm, sondern auch bei allen Darstellern, dem Chor, dem Orchester und allen, die vor und hinter den Kulissen in irgend einer Form zum guten Gelingen der Operette im Löwensaal in Beinwil am See beitragen. Nach 1994 steht die Operette Gasparone ein weiteres Mal auf dem Spielplan der Theatergesellschaft Beinwil am See. Vor 26 Jahren habe er die Rolle des Bürgermeisters Baboleno Nasoni gespielt, wie er sich erinnert. Für die neueste Aufführung hat Eichenberger eine kleinere Rolle gewählt. Nicht etwa, weil er des Schauspielerns müde wäre. Nein, überhaupt nicht. Vielmehr ist der umtriebige Beinwiler bei der jüngsten Produktion auch noch Regieassistent und Inspizient. In letzterer Funktion ist er besorgt dafür, dass Requisiten und Leute immer am richtigen Ort sind, damit alles wie am Schnürchen läuft. Kurz: Eichenberger ist als Allrounder von unschätzbarem Wert. «Ich bin immer am Rotieren.» Das sei etwas, was ihm passe, wie er sagt. Überhaupt ist die Operetten-Zeit seine Zeit. Seit 60 Jahren ist er mit der Operette verbunden. «Meine Eltern waren bei der Theatergruppe Beinwil am See engagiert», wie Eichenberger erzählt. Und so kam Peter bereits als kleiner Junge zu einer Bühnenpräsenz bei der Operette Gräfin Mariza. Später stand er während rund 15 Jahren als Präsident an der Spitze des Vereins. Ein Verein, der 1864 gegründet wurde. Er bewundere die Gründer, wie er erzählt. Der eigentliche Startschuss zum Theaterspielen in Beinwil am See erfolgte schon im Jahre 1860. Es waren die Schüler unter der Leitung von Lehrer Adolf Wirz, welche Szenen aus Wilhelm Tell aufführten, um so Geld für die Schulreise zu sammeln. Was die Kinder können, können wir auch, haben sich die Erwachsenen damals gesagt. Das war dann die eigentliche Geburtsstunde der Beinwiler Operette, wie sie heute weitherum bekannt ist. Lassen wir das Geschichtliche aber hinter uns und kehren wieder zurück zur aktuellen Operette auf der Bühne des Löwensaals. Bereits im Mai 2019 haben die intensiven Proben des Chors der Theatergesellschaft Böju begonnen. Ein Chor, der in der Operette aus Schmugglern, Bürgern, sowie Damen und Herren der Gesellschaft besteht. Im Oktober sei es dann richtig losgegangen, indem auch die Solisten dazugestossen seien. Diese seien in Böju jeweils sehr gut aufgehoben, wie Eichenberger erzählt. Man wachse während der Spielzeit zu einer grossen Familie zusammen. Zweimal die Woche waren bis zur Premiere, die vom Publikum gefeiert wurde, Proben angesagt. Obwohl Peter Eichenberger eine kleinere Rolle besetzt, ist die Bühnenpräsenz immer noch beachtlich. «Als Freund von Erminio und ehemaliger Boxer Luigi bin ich ein wenig beschränkt und schwer von Begriff – als Folgeschaden vom Boxen», wie Eichenberger seine Rolle kurz zusammenfasst. Insgesamt 20 Mal wird er bis zum letzten Vorhang am 8. März auf der Bühne stehen. Die Aufführung von Gasparone ist nämlich auf 20 Vorstellungen angesetzt. Vier weniger als in der letzten Spielsaison. Das seien aber immer noch genügend Vorstellungen, sei doch das Operettenangebot in der Umgebung (Möriken, Sursee) gross. Und schliesslich gehe es auch darum, mit den Finanzen haushälterisch umzugehen, damit Aufführungen auch in Zukunft stattfinden können. «Mir würde definitiv etwas fehlen, wenn ich nicht auf der Bühne stehen könnte», wie Eichenberger sagt. Und bei der jüngsten Operette macht das Schauspielern doppelt Spass, stehen doch auch drei Enkelkinder als Statisten im 1. Akt ebenfalls auf der Bühne. Damit nicht genug: Seine Frau Beatrixe spielt die Rolle der Kindergärtnerin und kann neben den Enkelkindern auch Milena, Lilia und Iraida hüten. Zudem sind seine Töchter, sein Sohn und seine Schwiegersöhne hinter der Bühne im Einsatz. Die Operette ist bei den Eichenbergers ganz offensichtlich Familiensache.

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