Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Interview mit Melanie Scherrer.

Musikgesellschaft Dürrenäsch

Vereine bringen Farbe ins Dorfleben. Sie leisten mit ihrem Angebot und Engagement einen wertvollen Beitrag im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Wie aber ist es um sie bestellt, wo liegen die Stärken, was läuft aktuell, wo hapert es allenfalls. Das Dorfheftli hat sich bei ihnen umgehört.

 MG Dürrenäsch in Zahlen:

  • Gründungsjahr: 1876
  • Vereinsmitglieder: 30
  • Alter ältestes Mitglied: 70
  • Alter jüngstes Mitglied: 18
  • Anzahl Probestunden im Jahr 2019: 90 Stunden
  • Tiefsttemperaturen Probelokal (Grad): 12
  • Höchsttemperaturen Probelokal (Grad): 39


Wo gehört Ihr zu den besten und in welchen Bereichen habt Ihr noch Potential?
In den vergangenen Jahren konnten wir in der 3. Stärkeklasse Brass Band an mehreren Marschmusikwettbewerben sowie am Kantonalen Musikfest 2008 in Bremgarten, am Eidgenössischen Musikfest 2011 in St. Gallen und am Kantonalen Musikfest 2018 in Laufenburg Siege feiern. In unserer Kategorie gehören wir musikalisch also durchaus zu den besten. Beim Vereins-Wettkampf am Feldschiessen, bei dem wir natürlich – das ist Ehrensache – jedes Jahr mitmachen, hat es hingegen noch nie ganz nach vorne gereicht.

Lässt sich über Musikgeschmack überhaupt streiten?
Natürlich. In Umfragen geben meistens weniger als fünf Prozent der Befragten an, sich überhaupt nicht für Musik zu interessieren. Da bietet sie sich natürlich als Gesprächsthema an, inklusive möglicher Missionierungsversuche. Die meisten Menschen haben heutzutage aber wohl einen breiteren Musikgeschmack als früher, weshalb heftige Auseinandersetzungen selten sein dürften. Trotzdem gilt nach wie vor: Der einzige Geschmack, der einem Menschen wirklich Befriedigung geben kann, ist sein eigener (Philip Rosenthal).

Die Beatles oder die Rolling Stones?
Wir haben nur wenige Vereinsmitglieder, welche in den 1960er-Jahren jung waren und auf diese Frage eine klare, emotionale Antwort geben würden. Bei uns hat fast jeder Musikgeschmack Platz. Also: Beatles und Rolling Stones!

Welches ist das meist gespielte Instrument in Ihrem Verein?
Die eigene Stimme, die «spielen» bei uns im Verein alle. Um schwierige Passagen in einem Stück zu üben, singen oder sprechen wir diese nämlich oft, bevor wir sie mit dem Instrument spielen. Abgesehen davon: Das Cornet.

Was wollen Sie mit Ihren Stücken bei Ihren Hörern auslösen?
Das hängt vom Anlass ab. Unser diesjähriges Jahreskonzert (am 26. Oktober 2019) steht unter dem Motto «Wunschkonzert»: Dem Motto entsprechend werden wir an der Abendunterhalt die musikalischen Wünsche der Dürrenäscher/-innen erfüllen. Nostalgie, schöne Erinnerungen, Glücksgefühle, eine kleine Auszeit vom Alltag – das wollen wir unseren Zuhörer/-innen damit schenken.

Warum kennen die meisten Menschen den Namen des Band-Sängers, nicht aber denjenigen des Schlagzeugers?
Was die MG Dürrenäsch anbelangt ist, ist die Antwort einfach: Wir haben leider aktuell keinen Schlagzeuger. Entsprechend kann man auch seinen Namen nicht kennen. Wer also jemanden kennt, der jemanden kennt: Wir würden uns riesig über einen Drummer freuen!

Wie hoch war der Mitgliederrekord seit es die Musikgesellschaft Dürrenäsch gibt und wie viele Mitglieder zählt der Verein heute?
Die Anzahl der Aktivmitglieder schwankt seit Jahrzehnten zwischen 30 und 40 Musikant/-innen. Zurzeit zählt der Verein 30 Aktivmitglieder.

Welches sind Ihre nächsten Auftritte?
Am 20. Oktober 2019 werden wir den Erntedankgottesdienst in Dürrenäsch musikalisch bereichern. Eine Woche später findet unser alljährliches Jahreskonzert statt: Am 25. Oktober 2019 das Kinderkonzert und am 26. Oktober 2019 die Hauptvorstellung unter dem Motto «Wunschkonzert». Zum Jahresabschluss kann man uns am Dürrenäscher Lichtsternmarsch am 28. Dezember 2019 hören und sehen.

Ab welchem Alter ist ein Eintritt in euren Verein möglich?
Bei uns gibt es kein fixes Mindestalter. Da die meisten Schüler/-innen rechtzeitig ins Bett wollen (bzw. müssen), laden wir Nachwuchsmusikant/-innen in der Regel dazu ein, zuerst bloss für einzelne Konzerte bei uns mitzuspielen und auch lediglich bis ca. 21 Uhr in den Proben zu bleiben. Ein definitiver Eintritt folgt dann oft im Alter von ca. 15 Jahren.

Arbeitet Ihr mit anderen Musikgesellschaften «regelmässig» zusammen?
Um den musikalischen Nachwuchs zu fördern, arbeiten wir eng mit dem Blechbläserensemble Furioso der Musikschule Seon-Dürrenäsch zusammen. Einerseits stellen wir den Dürrenäscher Schülern ein Instrument zur Verfügung und beteiligen uns (falls gewünscht) am Elternbeitrag für den Musikunterricht. Andererseits hat das Ensemble beispielsweise an unserem Kinderkonzert im Frühling und dem Jahreskonzert im Herbst einen kleinen Auftritt.

Mit welchem Instrument begannen die meisten zu musizieren? Bestimmt die Blockflöte?
Genau, mit dem heiss geliebten und meist gehassten «Schpöizchnebu» – für die wenigsten von uns das Instrument unserer (freien) Wahl.

Gibt es in der Musikgesellschaft viele junge Menschen, die mitspielen oder sollte es mehr geben?
Wir sind im Vergleich zu vielen anderen Musikgesellschaften in der guten Lage, nicht über ein Nachwuchsproblem klagen zu müssen. Im bereits erwähnten Blechbläserensemble Furioso, mit welchem wir zusammenarbeiten, spielen zurzeit 18 Schülerinnen und Schüler mit. Das lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken!

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