Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Vertreter des Starlight-Teams mit den Leiterinnen Barbara Weber (links) und Madeleine Bättig (rechts) anlässlich der Verleihung des Prix Menzo im Rahmen des Neujahr-Apéros im Gemeindesaal Menziken.

Aus für den Jugendkeller Starlight: Schade, schade!

Text und Bild: Thomas Moor

Er war beliebt, gut besucht und sehr gut geführt: der Jugendkeller Starlight der katholischen Kirchgemeinde Menziken-Reinach. Anlässlich des Neujahrsapéros 2019 wurde dem Team des Jugendkellers für die vorbildliche Arbeit sogar der Prix Menzo verliehen. Und jetzt kommt das Aus.

«Der Jugendkeller Starlight schliesst per sofort seine Türen», wie es in einer Mitteilung heisst. «Es fällt uns sehr schwer, diesen Schritt zu tun, er lässt sich aber leider nicht vermeiden», wie Madeleine Bättig und Barbara Weber vom Starlight-Leiterteam schweren Herzens sagen. Schon als sie vor sechs Jahren den Jugendkeller übernommen hätten, hielt sich die Begeisterung bei einigen Kirchenverantwortlichen in sehr engen Grenzen. Offenbar weil eine pädagogische Ausbildung fehlte. Seit gut einem Jahr wurden dem Jugendkeller Starlight bewusst oder unbewusst immer wieder Steine in den Weg gelegt. Bekannt und beliebt war «das Starlight» (rund 1000 Eintritte pro Jahr) u.a. wegen seiner Konfessionsneutralität. Jüngst wurde kirchenseitig klar gemacht, dass es besser wäre, wenn man in den Räumen der katholischen Kirche nur noch jugendlichen Christen (also z.B. keinen Moslems) Einlass gewähren würde. «Wir sind für den Frieden unter den Mitmenschen, egal welchen Glauben und welche Hautfarbe sie haben. Deshalb lag uns auch die Vermittlung der Wertschätzung und die Integration der Jugendlichen immer sehr am Herzen», wie Madeleine Bättig und Barbara Weber betonen.

Ein weiteres Anliegen seitens der Kirche brachte dann das Fass endgültig zum Überlaufen. Geäussert wurde der Wunsch, dass ein Kirchenverantwortlicher jeweils am Freitagabend während dem Disco-Anlass mit den Jugendlichen beten möchte. Der falsche Anlass dafür, wie das Starlight-Team fand. Nach reiflicher Überlegung und einigen schlaflosen Nächten haben die Verantwortlichen nun das Handtuch endgültig geworfen. Auch deshalb, weil die Schikanen offenbar immer mehr wurden, was das Arbeiten unter diesen Bedingungen schwierig machte. Der Jugendkeller Starlight war ein Paradebeispiel dafür, wie man Jugendlichen Arbeit und Verantwortung übergeben kann. Das Kernteam, bestehend aus 10 Jugendlichen der katholischen Kirchgemeinde, engagierte sich nicht nur im Jugendkeller, sondern auch bei der Öffentlichkeitsarbeit auf Gemeindegebiet.

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