Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Sehnenrisse an der Schulter

Bild: zvg

Spricht man von Sehnenrissen an der Schulter, ist meist die sogenannte Rotatorenmanschette gemeint.

Sie ist eine die Schulter umgebende Sehnenplatte direkt unter dem grossen Schultermuskel (Deltamuskel), der den Arm hauptsächlich bewegt. Für das Finetuning der Bewegung ist diese unter dem Muskel liegende Manschette jedoch sehr wichtig. Durch ein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel der einzelnen Anteile der Manschette wird erreicht, dass in jeder Position des Armes die Schulter zentriert ist, d.h. der Oberarmkopf gut in der Schultergelenkpfanne zu liegen kommt.

Diese Manschette unterliegt jedoch während des Lebens einem Verschleiss. Der Raum, der ihr zur Verfügung steht, ist zu klein. Zudem wird sie zusätzlich beim Heben des Armes gequetscht, sodass es mit der Zeit zu Entzündungen und später zu Ein- oder Abrissen der Rotatorenmanschette kommen kann. Auch ist ein Riss durch einen Unfall oder durch eine Ausrenkung der Schulter möglich. Nach dem 50. Lebensjahr überwiegen jedoch klar die Risse aus Verschleissgründen.

Meist verursacht ein solcher Riss Probleme dadurch, dass die Schulter nicht mehr zentriert werden kann. Bei bestimmten Bewegungen des Armes kommt es zu einem Höher- und Nach-vorne-Treten des Oberkopfes, was Schmerzen bereitet. Gerade bei körperfernen Roationsbewegungen des Armes ist dies zu spüren.

Sollte eine Rotatorenmanschettenläsion diagnostiziert werden, ist es abhängig vom Ausmass und Verlauf des Risses, vom Alter des Patienten, vom beruflichen und sportlichen Anspruch, ob diese operativ versorgt werden muss.

Dies geschieht heute meist arthroskopisch, d.h. durch Schlüssellochchirurgie. Kleine mit Fäden armierte Metallschrauben werden an die Ansatzstelle der Sehnenplatte in den Knochen geschraubt und die Sehne dort mit den Fäden wieder befestigt.

Die Einheilung der Sehne braucht jedoch mehrere Wochen, sodass sich eine lange Nachbehandlung anschliesst. Nach Tragen eines Kissens unter dem Arm für ca. 6 Wochen schliesst sich eine intensive physiotherapeutische Behandlung an. Auch hier ist das Zusammenspiel von Patient, Chirurg und Physiotherapie entscheidend für den Therapieerfolg.

Wie bei vielen anderen orthopädischen Operationen ist das Endergebnis erst nach einem Jahr erreicht. Die Zeit der Arbeitsunfähigkeit reicht je nach beruflicher Tätigkeit von 3 bis zu 5 Monaten.

 

Dr. Michael Kettenring

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