Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Die Waschfrauenkrankheit ...

Bild: zvg

... oder besser Tendovaginits de Quervain ist eine Sehnenscheidenentzündung auf der Daumenseite des Handgelenkes.

Die Strecksehnen laufen am Handglenk durch einzelne Fächer mitsamt ihrer Umhüllungen, den Sehnenscheiden. Durch das daumenseitige Sehnenfach laufen die kurze Daumenstreck- sowie die Daumenabspreizsehne. Eine Entzündung, etwa durch Überlastung, führt zu Schmerzen in diesem Bereich. Erstmalig 1895 beschrieben durch Fritz de Quervain, einem Schweizer Chirurgen, der sich sehr um die Schilddrüsenchirurgie verdient gemacht hatte, später auch Direktor des Inselspitals Bern war.

Die Diagnose ist eindeutig durch die klinische Untersuchung zu stellen. Beim sogenannten Finkelstein-Test wird der Daumen unter die Langfinger zur Faust angezogen und dann die ganze Hand Richtung Kleinfinger gekippt. Drückt man dann zusätzlich auf das daumenseitige Handgelenk, kann man einen deutlichen Schmerz auslösen. Es bedarf hier meist keiner weiteren Diagnostik.

Wie auch bei einer sonstigen Sehnenscheidenentzündung üblich, kann man den Daumen und das Handgelenk für ca. 2 Wochen mit einer Schiene ruhigstellen. Hilft dies nicht, kommt eine lokale Infiltration mit Kortison in Frage, die normalerweise zügig zu einer Verbesserung führt, leider jedoch nicht immer auf Dauer. Kommt es immer wieder zur Entzündung und den damit verbundenen Beschwerden, bietet man den Patienten eine operative Therapie an.

Diese besteht in einer Spaltung des Strecksehnenfaches, in dem die beiden betroffenen Sehnen verlaufen. Der Schnitt am daumenseitigen Handgelenk in Längsrichtung ist wenige Zentimeter lang, die Op führe ich ambulant in der Praxis durch. Nach kurzzeitiger Ruhigstellung soll der Daumen und das Handgelenk wieder bewegt werden, die Kraft kommt jedoch erst nach ca. 4 Wochen wieder. Gegebenenfalls wird der Verlauf nach der Operation unterstützt durch eine ergotherapeutische Behandlung. Die Arbeitsunfähigkeit richtet sich dementsprechend nach der Art der Arbeit und der Notwendigkeit eines kraftvollen Handeinsatzes.

Dr. med. Michael Kettenring

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