Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Die Fuchsräude beim Hund

Bild: zvg

Immer häufiger, scheint es uns, werden uns in der Praxis Tiere mit Hauterkrankungen vorgestellt. Eine dieser Erkrankungen, welche in letzter Zeit zunehmend diagnostiziert wird, möchten wir Ihnen heute vorstellen: Es handelt sich um die Infektion mit der Sarcoptesmilbe, der sogenannten Fuchsräude.

Meistens sind Hunde davon betroffen und zeigen einen ausgeprägten Juckreiz. Da die Erkrankung zu den Zoonosen gehört, kann sich aber auch der Mensch anstecken, bei welchem man dann von «Krätze» spricht. Die Krankheit ist sehr ansteckend und erfolgt über direkten Körperkontakt von Tier zu Tier oder über Hautpartikel und Hautkrusten von infizierten Füchsen, welche am Geäst im Wald oder in den Fuchshöhlen hängen bleiben. Die Milben graben sich dann in die obersten Hautschichten und legen dort ihre Eier ab. Dies verursacht Juckreiz und Hautrötungen wie auch oft Haarausfall.

Da es noch sehr viele andere Ursachen gibt, welche zu Juckreiz und Hautentzündungen beim Hund führen können, ist die Diagnose der jeweiligen Erkrankung gar nicht so einfach. Bei der Fuchsräude kann dies mit einem Hautgeschabsel, bei welchem mit einer scharfen Klinge an den betroffenen Stellen Haut abgeschabt und unter dem Mikroskop nach Milben abgesucht wird, gelingen. Da schon sehr wenige Milben starken Juckreiz auslösen, werden sie aber nicht immer gefunden. Deshalb greift man unter Umständen auch auf einen Bluttest zurück, bei welchem Antikörper gegen Sarcoptesmilben bestimmt werden. Auch dieser Test ist jedoch nicht immer beweisend, da erst ca. 5 Wochen nach Ansteckung die Abwehrkörper nachweisbar sind und auch Kreuzreaktionen mit anderen Milben auftreten können. So kann dieser Test also sowohl Falsch-Negativ- wie auch Falsch-Positiv-Ergebnisse liefern.

Auf Grund dieser Unsicherheit werden die Hunde manchmal auch «auf Verdacht» einfach behandelt. Dies geschieht mit verschiedenen Antiparasitika, welche vorbeugend auch gegen andere Ektoparasiten wie Flöhe oder Zecken eingesetzt werden können.

 

Dr. med. vet. Patrick Curschellas, Kleintierpraxis Dr. S. Küng AG, Beromünster
www.kleintierpraxiskueng.ch

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