Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Haalbalg- oder Demodex-Milben

Bild: zvg

Nebst den an der Oberfläche lebenden Hautparasiten wie Haarlingen, Flöhen, Räudenmilben oder Ohrmilben liegen die Haarbalgmilben (Demodexmilben) – wie der Name sagt – in den Haarfollikeln oder in der Talgdrüse.

Demodikose
Demodikose ist eine durch die Haarbalgmilbe (Demodexmilbe) verursachte, meist entzündliche Hautkrankheit des Hundes mit sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen. In kleinen Mengen gehören Demodexmilben zur normalen Hautflora und verursachen bei gesunden Tieren keine Probleme. Wir unterscheiden zwischen Jung- und Erwachsenen-Demodikose sowie zwischen lokalisiertem und generalisiertem Befall.

Junge Demodikose: Bei der jungen Demodikose können genetische Faktoren im Spiel sein. Die Demodexmilbe wird von der Hündin durch engen Kontakt in den ersten 2 bis 3 Lebenstagen auf die Welpen übertragen. Neben der Ansteckung braucht es aber noch andere begünstigende Faktoren wie zum Beispiel Krankheiten oder Stress, damit es beim Tier zum Krankheitsausbruch kommt.

Adulte Demodikose: Stress, hormonelle Erkrankungen, Behandlungen mit Cortison über einen längeren Zeitraum oder auch Chemotherapie können das Immunsystem schwächen und das Tier für einen Befall anfällig machen.

Symptome
Die lokalisierte Form: Eine oder mehrere kleine Hautstellen zeigen Haarverlust, eventuell leichten Juckreiz und Rötung, oft mit kleinen Hautläsionen. Bei einem gut funktionierenden Immunsystem heilen sie häufig spontan ab.

Die generalisierte Form: Das Bild der Demodikose kann sehr unterschiedlich sein. Die betroffenen Hautstellen zeigen Haarverlust und starke Schuppung, häufig einhergehend mit nässender, eitriger, juckender Entzündung der Haut, die zu Hautverdickung und Krustenbildung führt. Oft sind auch Ohren oder Pfoten stark befallen.

Diagnose
Die Diagnose ist recht einfach. Durch Entnahme eines Hautgeschabsels, welches unter dem Mikroskop begutachtet wird, lassen sich die Demodexmilben leicht nachweisen.

Behandlung
Die Behandlung ist sehr langwierig und erfordert viel Geduld. Einerseits muss der Milbenbefall, anderseits müssen die häufig auftretenden Sekundärinfektionen (durch Pilze und Bakterien) bekämpft und behandelt werden. Zum Dritten ist es wichtig, das Immunsystem zu stärken. Die Behandlung dauert in der Regel über mehrere Monate und die Gefahr einer Wiederansteckung bleibt für immer vorhanden.

 

Dr. med. vet. Opher Berger, Tierarztpraxis Opher Berger, Reinach
www.tierpraxis-berger.ch

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