Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Das rote Babyfüdli

Bild: zvg

Die Versprechungen der Werbung über das riesige Saugvermögen der neusten Windeln und die rundum zufriedenen Babys verleitet manch junge Eltern dazu, die so hochentwickelten Windeln etwas auszunutzen und doch nicht ständig wieder wegzuwerfen.

Doch weit gefehlt! Nach wie vor gilt die Regel: «Windeln häufig – und zwingend nach jedem Stuhlgang – wechseln». Dabei geht es nicht um die Werbung, die uns falsche Tatsachen vorspielen könnte, sondern vielmehr darum, dass die Babyhaut sehr empfindlich ist und beim Kontakt mit Urin und Exkrementen sehr schnell gereizt wird. Aus dieser Reizung entsteht nach kurzer Zeit eine heftige Entzündung, und schon ist sie da, die sogenannte Windeldermatitis.

Die Windeldermatitis zeichnet sich durch stark gerötete Stellen in der Gesässfalte, am Gesäss selber und an den Genitalien aus. Die Haut quillt auf und ist extrem schmerzempfindlich. Die Reinigung beim Windelwechsel ist schmerzhaft und kann in einigen Fällen sogar oberflächliche Blutungen auslösen. Werden bei der Reinigung zusätzlich Seifen oder Reinigungsmittel verwendet, reizen diese die geschädigte Haut noch vermehrt! Die Reinigung mit lauwarmem Wasser ist schonend und reicht aus. Nach der Reinigung lässt man die Haut an der Luft trocknen und trägt anschliessend ein Hautschutzmittel auf. Dieses Mittel bildet eine Barriere, so dass die Haut mit den reizenden Exkrementen nicht mehr in Berührung kommt. Zu den wirkungsvollsten Hautschutzmitteln gehört die Zinksalbe. Zink saugt die Nässe auf und wirkt antibakteriell. Die Salbe als Grundlage bildet einen Ölfilm der für die Barrierefunktion zuständig ist. Leider gibt es immer noch Zinksalben auf dem Markt, die extrem zäh und klebrig sind. Diese können beim nächsten Windelwechsel nur schwer wieder entfernt werden und die Reinigung wird zur Tortur. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke nach den moderneren abwaschbaren Zinkcremes, welche den gleichen medizinischen Effekt haben, jedoch in der Anwendung viel praktischer sind. Und falls Ihr Kind auch zu denjenigen gehört, welche während des Zahnens eine schwere Windeldermatitis entwickeln, die zu Blutungen neigt, erkundigen Sie sich bei Ihrem Gesundheitscoach in der kinderapotheke oder beim Kinderarzt nach Produkten der modernen Wundversorgung. Diese können ohne Berührung aufgetragen werden, bilden ebenfalls eine Barriere und lindern so die Schmerzen und die Rötung. Klingt die Windeldermatitis nach 2 Tagen nicht ab, dann melden Sie sich in Ihrer kinderapotheke. Pilzinfektionen sind eine häufige Komplikation der Windeldermatitis. Nach einer Abklärung stellen wir Ihnen wirksame Produkte zusammen und beraten Sie zur Behandlung.

 

Barbara Kursawe, Apothekerin
TopPharm Homberg Apotheke, zertifizierte medinform-kinderapotheke