Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Einsatz im Berggebiet

Text und Bild: Eing.

Nach einem Winter mit vielen Lawinen gibt es für die Landwirte im Berggebiet jeweils viele Aufräumarbeiten. Steine, Äste, ja sogar ganze Bäume liegen auf dem Nutzland verteilt. Mit viel Handarbeit werden im Frühling die Flächen «aufgeräumt». Da ist jeder Bauer dankbar, wenn er aus dem Flachland Unterstützung erhält.

Hansueli Brunner plante mit seinen Schülern einen solchen Einsatz im Urnerland. Aufgrund der dicken Äste und Baumstämme im Nutzland der beiden Landwirte, Moses Gamma und Matthias Gamma, musste er für dieses Projekt andere Helfer finden und gelangte mit dem Vorschlag, diese beiden Bauern zu unterstützen, an den Vorstand des Handwerkervereins Schongau.

Der neue Präsident, selbst aufgewachsen in den Urner Bergen, kennt diese Arbeit und den damit verbundenen Aufwand bestens. Rasch war für ihn klar, da versuchen wir etwas zu organisieren. Die Vorstandsmitglieder machten ein paar Telefonanrufe, um 10 bis 12 Helfer zu organisieren, um knapp zwei Wochen später in Göschenen anzupacken.

Die Wetterprognose für den Samstag war nicht so optimal. Trotzdem versammelten sich am frühen Morgen 10 motivierte Mitglieder des Handwerkervereins beim Werkhof in Schongau, um die beiden Bauern tatkräftig zu unterstützen. Nicht nur der Regen, der nach dem Mittagessen einsetzte, forderte den Männern alles ab, sondern auch das Arbeiten in den steilen Berghängen. Ist doch unser Gitzitobel im Gegensatz zu diesem Gelände flach. Mit Motorsägen wurden die Bäume und Äste zersägt und mussten anschliessend ins Tal geschafft werden. Die Aussage von Guido und Dani am Abend war: «Wir hatten jedes Baumrugeli gefühlte 30 Mal in den Händen und kennen nun jedes persönlich».

Am Mittag wurden wir mit einem feinen Mittagessen verwöhnt. Beim gemütlichen Zusammensitzen und dem Austausch der verschiedenen Interessen wurde schnell klar, dass die Landwirtschaft im Berggebiet noch anstrengender und aufwändiger ist, als bei uns. Ist es doch noch nicht möglich, mit Maschinen, wie wir sie hier kennen, in diesem steilen Gebiet zu arbeiten. Einen herzlichen Dank an die beiden Familien Gamma für die Gastfreundschaft und Verpflegung.

Der Regen nach dem Mittag hielt uns nicht davon ab, unsere Arbeit im steilen Hang fortzusetzen. Als es am späteren Nachmittag dann noch ein Zvieriplättli und Kaffee gab, waren wir alle bis auf die Haut nass. Gut, dass wir alle trockene Kleider mitgenommen hatten.

Bei unserer Rückkehr nach Schongau hat uns Benno Müller mit einem feinen Raclette empfangen. Mit ein paar gemütlichen Stunden liessen wir den Tag ausklingen.