Druckschluss: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Thomas Saxer (Verband Musikschule Schweiz, Auditor), Sandra Henkes (Schulpflege Kreisschule Oberes Seetal), Bettina Stähli (Schulpflege Seengen), Marina Geissbühler (Musikschulleiterin REMOS und KMS Seengen) von links.

Qualitätslabel für regionale Musikschulen

Text und Bild: Eing.

Nach einer rund eineinhalb Jahre dauernden Vorbereitungszeit konnten die beiden Musikschulen – die Kreismusikschule Seengen und die Musikschule Oberes Seetal – als erste Aargauer Musikschulen ihre wohlverdienten Zertifikate in Empfang nehmen.

Qualitäts- und Bildungsziele spielen für jede Musikschule eine zunehmend wichtige Rolle. Das Qualitätsmanagementsystem quarte wurde durch den Verband Musikschulen Schweiz (VMS) gezielt für Musikschulen entwickelt. Mit Fokus auf den Musikunterricht definiert und dokumentiert es Abläufe transparent. Dies ermöglicht eine kontinuierliche und zukunftsorientierte Umsetzung und Weiterentwicklung des Bildungs- und Kulturauftrages.

Die gemeinsame Zertifizierung der Kreismusikschule Seengen und der Regionalen Musikschule Oberes Seetal war auch für die Zertifizierungsstelle und die Auditoren «Neuland». Die beiden Schulen stehen unter der gleichen Leitung und wurden bereits in den letzten Jahren administrativ einheitlich geführt. So machte die gemeinsame Zertifizierung (jedoch mit eigenständigen Handbüchern) durchaus Sinn, konnten doch viele Synergien genutzt werden.

In der Vorbereitungszeit ging es vor allem darum, bestehende Abläufe zu verschriftlichen und in eine passende Form zu bringen. Bereits dieser Prozess war gewinnbringend, sagt die Musikschulleiterin Marina Geissbühler: «Manches bestehende Dokument wurde so wieder einmal genau durchdacht und anschliessend am passenden Ort und in der sinnvollen Form abgelegt. Viele Arbeiten können nun gemäss Prozessplan abgearbeitet werden. Aufwändige Sucharbeiten gehören damit der Vergangenheit an.»

Im März 2019 durchliefen die beiden Musikschulen unter Mitwirkung von sechs Musiklehrpersonen und den jeweiligen Ressortvertretern der beiden Schulpflegen ein spannendes Audit. Die Auditoren zeigten sich äusserst konstruktiv und wohlwollend, deckten aber auch bestehende Schwachstellen auf. In den kommenden drei Jahren bis zur Rezertifizierung geht es nun darum, diese mit den vorgesetzten Behörden (Schulpflegen und Gemeinderäte) anzugehen und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Die Schullandschaft im Allgemeinen – und damit auch die der Musikschulen – steht speziell auch in unserer Region vor riesigen Herausforderungen. Gesellschaftliche und politische Veränderungen sowie knappe finanzielle Ressourcen zwingen auch die Musikschulen zum ständigen Wandel und zur Innovationsfähigkeit. Mit der Zertifizierung wird der kulturelle und bildungspolitische Auftrag nicht einfacher zu erfüllen. Transparente und durchdachte Abläufe helfen aber, den Weg zum Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.