Drucktermin: 1. Mittwoch des Monats, 06.00 Uhr

Thomas Suter schwelgt in Erinnerungen.

«Ich war der Narr»

Text und Bild: Dirk C. Buchser

2022 findet im Schloss Hallwyl wieder ein Freilichttheater statt. Es wird zur Neuauflage der Sage «Der Ring von Hallwyl» kommen. Vor 24 Jahren spielte Thomas Suter bei der ersten Ausgabe als «Narr» mit. Die Erinnerungen sind immer noch sehr präsent. Wie es diesmal interpretiert wird, ist noch nicht bekannt. Der Regisseur schon: Es ist der Seetaler Simon Eichenberger.

Stolz blättert er in seinem Fotoalbum. Der Kaffee steht noch unberührt daneben. Zu jedem Bild weiss er eine Geschichte – mit glänzenden Augen erzählt er sie. Thomas Suter war der «Narr» bei der letzten Freilichttheater-Aufführung im Schloss Hallwyl, anno 1996. «Ja, es war schon eine Art Hauptrolle, die ich hatte», schmunzelt der Lehrer bescheiden. «Eigentlich habe ich für den Bösewicht vorgesprochen», ergänzt er. Beim Cas­ting haben Thomas Suter und Niklaus Meyer (der als Narr vorsprach) aus Jux mal die Rollen getauscht. Und prompt merkten sie, dass ihnen die andere Rolle eigentlich besser gefallen würde. «Ich bin schon ein lustiger Kerl, singe gern und mache viele Faxen – eigentlich wie der Narr», lacht Suter. Und plötzlich war er auf den Titelseiten, wurde erkannt. Das schönste: Alle 18 Vorstellungen waren ausverkauft. «Sogar die Nocturne bei strömendem Regen», erzählt er.

Auf ausverkauftes Haus hofft auch der neue Regisseur Simon Eichenberger. Der 44-Jährige ist ein waschechter Seetaler. «Beim Schloss Hallwyl musste ich in meiner Kindheit mit meiner Fami­lie immer spazieren gehen», lacht der dreifache Familienvater. Aufgewachsen ist Eichenberger nämlich in Beinwil am See. Vom Seetal, zog es ihn in die weite Welt hinaus, er lebt heute in Wien. Als Spitzenchoreograf hat er schon zig Aufführungen mitgestaltet, im In- und Ausland. Jetzt kommt also das Freilichttheater Seetal mit dem Stück «Der Ring von Hallwyl» hinzu. Der Regisseur verspricht: «Wir wollen den ganzen Abend als Event gestalten.»

Die Geschichte spielt im Mittelalter: «Und genau ins Mittelalter soll man auch eintauchen können. Mit all den Gerüchen von damals», grinst Simon Eichenberger. Walter, der Sohn vom Grafen von Hallwyl muss in den Krieg. Als Erkennungszeichen kriegt er die Hälfte des Ringes von seinem Vater, damit er beweisen kann, dass er der leibhaftige Sohn ist. Als dann der Graf von Hallwyl das zeitliche segnet und der Sohn erst viel später wieder im Schloss Hallwyl auftaucht, wird die Geschichte erst richtig spannend. Mit Intrigen, Liebesgeschichten und Mord. Diese Sage setzen jetzt Simon Eichenberger und Hannes Muik zusammen um.

«Als Narr war ich natürlich immer mittendrin und bekam alles mit», erklärt Thomas Suter. Mitt­lerweile ist der Kaffee fast ausgetrunken. Die Geschichten von 1996 aber noch lange nicht zu Ende. «Wir waren eine ganz tolle Truppe», blickt Suter zurück. So gab es nach den Proben im Hotel Hallwyl in Seengen immer Fischknusperli und Bier. «Das wurde zur Tradition», schmunzelt der heute 55-jährige Familienvater. «Das Restaurant hatte dann sogar eine extra Speisekarte für das Freilicht- theater kreiert.» Apropos Proben: Über ein halbes Jahr wurde zweimal pro Woche geprobt. «Ich hatte damals zugesagt, ein Schullager mitzuleiden, als dann die Daten für die Proben kamen, wollte ich zuerst ganz auf den Auftritt verzichten, aber Peter Voellmy hat dann die Proben einfach aufs Wochenende gelegt. Da bin ich halt vom Engadin ins Seetal gefahren, habe geprobt und fuhr am Sonntagabend wieder hoch.»

Die ersten Proben für das neue Stück finden dann erst im Spätherbst im nächsten Jahr statt. Im Sommer 2021 sind dann zuerst einmal die Castings für die Neuauflage des Stückes «Der Ring von Hallwyl» angesagt. Eines aber bleibt wie vor 24 Jahren: Es wird von Laienschauspielern gespielt, vielleicht ja auch wieder mit Thomas Suter.

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